Zwischen Bern und Waadt

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Baselbieter Alpenrunde
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Nach dem Lauenensee und Trüttlisbergpass an den ersten beiden Tagen bekam ich am dritten Tag Piratenbesuch, blackCoffee vom Swissbikeblog schaute für eine gemeinsame Tour vorbei. Nach dem Start beim Hotel rollten wir gemütlich der Saane entlang, bis es ab Bode aufwärts in Richtung Col de Jable ging. Über Meielsgrund führte der Aufstieg einer Fahrstrasse entlang und wurde nur für die letzten 100 Höhemeter ab inners Läger etwas steiler und unebener.
 
 
Während wir quatschten verflog die Zeit wie im Fluge und wir staunten selbst, als wir schon bald auf dem Col de Jable standen. Dort legten wir uns dann erstmal ins Gras und machten eine Pause, es sollte nicht die letzte bleiben an diesem Tag. Über eine kleine Holzleiter überquerten wir anschliessend die Steinmauer, welche auch gerade die Kantonsgrenze zwischen Bern und Waadt darstellt.
 
 
Bis Gros Jable führte der Trail dann quasi der Höhenlinie entlang und war noch recht tricky zu fahren. Schon nach wenigen Metern holte ich mir da das erste blutige Knie dieser Tage, aber das gehört ja schon fast zu meinen Bikeferien dazu und war schnell wieder vergessen bei dem super Trail der ab Gros Jable folgte. Im Zickzack ging es einer Transportseilbahn entlang den Hang hinunter. Anfangs noch mit geschwungenen Kehren über Wiesen auf offenem Terrain, wurden die Kehren mit schwindender Höhe im Wald enger und steiniger. Ganz nach unserem Geschmack dieser Abfahrt und eine ausgiebige Pause durfte natürlich auch hier mittendrin nicht fehlen.
 
 
Bei Les Vuittes kamen wir dann gute 500 Höhemeter später wieder aus dem Wald heraus und folgten der Strasse nach L’Etivaz, wo wir für einen Kaffee einkehrten. Der schönste Teil der Tour war somit leider schon zu Ende, da es weiter in Richtung Château d'Oex auf der Hauptstrasse ging und wir nur ein kleines Stückchen Trailalternative fanden. Etwas oberhalb von Château d'Oex begann dann der letzte Aufstieg nach Les Planards, welcher schön der Sonne ausgesetzt war und nochmals für ein paar Schweisstropfen sorgte.
 
 
Bei Les Planards standen wir wieder auf der Grenze zwischen Bern und Waadt und vor der Wahl, entweder auf dem Track zurück nach Saanen oder noch eine Schleife über Ruble einzulegen. Dies hätte nochmals etwa 400 Höhenmeter und wohl 30 Minuten Bikeschieben bedeutet. Da wir aber nicht wussten wie viel von der Abfahrt fahrbar ist und die Zeit doch schon recht fortgeschritten war, entschieden wir uns für die Variante durch den Allmiwald zurück nach Saanen. Diese war wie erwartet nichts wirklich Spezielles und beinhaltet lediglich ein paar wenige Meter Trail. Zurück im Hotel machten wir es uns dann noch in der Lounge auf der Terrasse bei einem kühlen Panaché gemütlich, um die Tour ausklingen zu lassen. Hat mir Spass gemacht unsere kleine Bloggertour, auch wenn es eher ein Tag der Pausen (4:20 Fahrzeit / 3:50 Pause) war. Aber auch sowas tut mal gut, sind ja schliesslich Ferien.
 


volle Distanz: 41.22 km
Maximale Höhe: 1890 m
Minimale Höhe: 935 m
Gesamtanstieg: 1444 m
Gesamtabstieg: -1446 m
 
Am letzten Tag hatte ich eigentlich die Abländschen-Tour über Jaun geplant. Am Morgen kam ich aber kaum aus den Federn und hatte irgendwie auch keine Lust auf eine so lange Tour. Dafür reizte es mich um so mehr, die nicht mehr gemachte Abfahrt vom Vortag einmal auszuprobieren und zu schauen wie viel davon fahrbar ist. Für den Aufstieg über Pra Cluen wählte ich die gleichnamige Tour von GPS-tracks. Zuerst ging es, wie schon einen Tag zuvor mit blackCoffee, der Saane entlang und ab Bode dann aufwärts. Beim Chalbergarte bog ich diesmal aber rechts ab, für eine Schlaufe über die Bergstation Eggli und das Haldisbärgli bis zur Chalberhöni rauf. Soweit noch ein Einfahren auf einfachsten Wegen und diese blieben auch nach dem Rechtsabbiegen bei Bodeguet so, aber es wurde steiler, einiges steiler. Auf den nächsten 2.5km mussten gute 400 Höhenmeter erklommen werden.
 
 
Den grössten Teil davon konnte ich fahrend zurücklegen, bei den steilsten Stücken stieg ich aber in der brütenden Mittagssonne lieber ab und schob. Bei der Alp Les Praz hatte ich die Endhöhe dann erreicht und es ging die Höhe haltend über die Pra Cluen in Richtung Ruble.
 
 
Kurz vor Ruble verliess ich den Track und bog rechts auf einen Wanderweg ab, welcher mich zum Traileinstieg brachte. Dieser beginnt mit dem durchschreiten eines Zauntürchens und liegt exakt auf der Kantonsgrenze von Waadt und Bern. Soviel schon einmal vorab, die Abfahrt wäre für die Tour vom Vortag mit blackCoffe noch das i-Tüpfelchen gewesen und ist zu ca. 80% fahrbar. Zuerst gönnte ich mir aber noch eine Pause und chillte ein bisschen in der Wiese. Ausgeruht machte ich mich dann an die Abfahrt. Die ersten paar hundert Meter wären wohl schon fahrbar gewesen, ich habe es aber sein lassen, da es auf der rechten Seite des schmalen Trails steil und weit nach unten ging.
 
 
Bald wurde es aber etwas ungefährlicher und ich konnte mich wieder in den Sattel schwingen. Hinter der Alp Obers Dürri ging der Trail dann rein in den Wald und der Spass begann erst so richtig. Steile Passagen mit Steinen und Absätzen, ein paar flachere Stücke mit schnelleren Kurven, über kleine Lichtungen mit Wiesen, zwischen grossen Nadelholzbäumen durch, es hatte von allem was dabei.
 
 
Eine Klasse Abfahrt, 3.5 Kilometer Spass und zum grössten Teil fahrbar. Bei den letzten 150 Höhenmetern hätte ich mir aber gewünscht, das Hinterrad versetzen zu beherrschen. Einige Kehren im engen Zickzack zum Schützebode runter waren schon sehr eng und zwangen mich zum absteigen. Ein genialer Abschluss meiner vier Tage im Saanenland. Schon relativ früh zurück im Hotel, blieb mir noch genügend Zeit den schönen Poolbereich nochmals zu geniessen und mich am Abend auf ein letztes Tartar vom Simmentaler Jungbullen zu freuen.
 


volle Distanz: 25.17 km
Maximale Höhe: 1808 m
Minimale Höhe: 1011 m
Gesamtanstieg: 1146 m
Gesamtabstieg: -1146 m

2 Kommentare

  1. blackCoffee sagt:

    Hat mich gefreut, Dich auf einer gemeinsamen Tour kennenzulernen!

    Es muss nicht immer eine Monstertour sein – manche Runden haben auch so ihren Charme..

    An der Rübe (le Rubli) beiss ich mir ein andermal die Zähne aus – danke für Deine Reko 😉

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