Davos Days: Scalettapass & Keschhütte

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Am letzten Tag meiner Davos Ferien nahm ich einen Klassiker unter die Räder, die Tour über den Scalettapass zur Keschhütte. Schöner könnte der Start in einen Biketag gar nicht sein, als durch das wunderschöne Dischmatal hinauf zu fahren. Grüne Wiesen, ein paar verstreute Häuser, der Bach rauscht und überall einzelne grosse Steine, als hätte jemand einen Korb dieser Brocken ausgeleert.
 
 
Bei der schönen Umgebung und der moderaten Steigung absolvierte ich die ersten 400 Höhenmeter fast ohne es zu merken und kam total entspannt hinten im Tal beim Dürrboden an. Dort war dann aber fertig mit gemütlichem Radeln, es begann der steile Aufstieg zum Scalettapass.
 
 
Anfänglich noch gut fahrbar, wurde es immer steiler und auch der steinige Untergrund kostete Kraft. Vor allem im oberen Teil schob ich darum über grössere Strecken. Dafür wurde man auch hier wieder mit einem Panorama Deluxe entschädigt, leider nicht mehr bei strahlendem Sonnenschein. Eine fette Wolke schob sich immer wieder vor die Sonne und sollte mich den ganzen Tag begleiten.
 
 
Auf dem Scalettapass war es recht zügig und ich machte mich darum schon bald an die Abfahrt. Auch hier gab es am Panorama nichts zu meckern, der Trail konnte da leider nicht ganz mithalten. Vor allem im oberen Teil fand ich ihn etwas uninteressant, recht breit und ohne grosse Hindernisse stellte er keine grossen Anforderungen.
 
 
Zur Alp Funtauna runter kam dann doch noch etwas Spass auf, der Trail wurde schmaler und war mit ein paar Kehren gespickt. Schwein müsste man sein auf der Alp Funtauna, wenn es glückliche Schweine gibt dann dort. Man sah ihnen richtig an, wie sie Spass daran hatten, die matschigen Stellen mit der Schnauze zu durchpflügen.
 
 
Ich kämpfte mich mit dem Bike auch durch die Matschstellen und fuhr auf einem schönen Trail hinein ins Val Funtauna. Im hinteren Teil des Tales war dann auch hier wieder je länger desto mehr schieben angesagt und die mich begleitende Wolke schickte ein paar erste Tropfen nach unten.
 
 
Das letzte Stück zur Keschhütte hinauf schultere ich mein 301 und war froh, dass es bei den paar Tropfen geblieben ist. Etwas oberhalb der Hütte hat man den besten Blick auf den mächtigen Piz Kesch und den Porchabella Gletscher. Ich setzte mich auf ein weiches Grasplätzchen und futterte meinen Proviant.
 
 
Plötzlich hatte Petrus mit mir doch noch Erbarmen und lies die Sonne für eine Viertelstunde zwischen den Wolken hindurch blicken. Jetzt kam die herrliche Kulisse um mich herum erst so richtig zur Geltung, das Highlight dieses Tages.
 
 
Der Tiefpunkt folgte dann in Form der Abfahrt. Nachdem es nach der Keschhütte nicht mal so leid begann, führte der Track schon bald auf einem breiten Weg ohne jeglichen Spass nach Punts d'Alp runter. Was daran erstklassig sein soll, keine Ahnung, für mich eine Endtäuschung. Da konnte auch das Panorama nicht mehr goss entschädigen.
 
 
Dass von Punts d'Alp durch das Val Tuors eine Strasse folgen wird, wusste ich schon von der Karte her und verbesserte meine Stimmung auch nicht unbedingt. Da ich keine Lust hatte in Filisur lange auf den nächsten Zug zu warten, lies ich den Rest über Latsch sein und blieb gerade auf der Strasse. Wie sich herausstellte eine gute Entscheidung, zehn Minute nachdem ich im Zug sass, öffnete mein treuer Wolkenbegleiter seine Schleusen.

Fazit: In dieser Form kann ich die Tour nicht empfehlen, für mich eine rechte Enttäuschung. Das einzige womit sie punkten kann, ist die schöne Landschaft.
 


volle Distanz: 44.99 km
Maximale Höhe: 2621 m
Minimale Höhe: 1022 m
Gesamtanstieg: 1585 m
Gesamtabstieg: -2050 m

2 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Hoi Sven

    Den Scalettapass habe ich von der anderen Seite, dem Val Susauna gemacht. Da bin ich gute achtzig Prozent zum Pass hoch gefahren und die Abfahrt nach Dürrboden bietet doch einigen Fahrspass.
    Die Keschhütte ist sicher ein Panorama-Highlight, aber man hat eigentlich nur die Alternative der Abfahrt nach Punt’s d’Alp. Fand ich fahrtechnisch auch nicht spannend.
    Als Möglichkeit bietet sich die Variante zurück ins Val Funtauna, von dort hoch zu den Ravais-Seen und dann die Abfahrt durch das Val da Ravais nach Punt’s d’Alp an.
    Ist ziemlich technisch aber für mich waren so ca. 70 Prozent fahrbar.
    Interessant ist ein Abstecher von den Seen zum Sertigpass. Das Panorama von dort ist Kino vom Feinsten … aber eine reine Trage- und Schiebestrecke.
    Was die Abfahrt vom Sertigpass nach Sand betrifft, so ist diese im oberen Teil ziemlich anspruchsvoll (S3) und dann landet man auf einer unbefestigten Alpstrasse. Von Sertig Dörfli kann man den Wanderweg Richtung Clavadel nehmen.

    Variante: Von Davos mit der Bahn auf das Jakobshorn, den Trail runter bis Sertig Dörfli, weiter hoch zum Sertigpass, dann Abfahrt zu den Ravai-Seen und weiter nach Punt’s d’Alp. Von dort hoch zur Keschhütte, weiter zur Alp Funtauna und über den Scalettapass bis Dürrboden. Bis Gadmen kann man parallel zur Strasse den Wanderweg nehmen (nur nicht in der Hochsaison oder an Wochenenden, es sei denn später als 17 Uhr) und dann gemütliches Ausrollen bis Davos … das haben die Beine dann sicherlich verdient. 😉

    • Sven sagt:

      Hoi Thomas, das hab ich mir beim Aufstieg auch gedacht, dass die Abfahrt vom Scalettapass zum Dürrboden runter sicher noch Spass machen würde. Die Ravais-seen wären auch noch auf meiner Wunschliste gestanden, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und dank deinen Tipps hier, werde ich mir da für meinen nächsten Davosbesuch eine schöne Tour zusammenbasteln können, merci 🙂

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