Davos-Review: Durannapass

Davos-Review: Pischa
28. November 2015
Davos-Review: Zügenschlucht
8. Dezember 2015
 
Nach der Pischa-Runde am Vortag mit wolkenverhangenem Himmel, am Samstag der totale Kontrast. Sonnenschein schon am Morgen, gute Laune und ein fast wollkenloser Himmel. Ich startete auf zum Weissfluhjoch mit dem Ziel Durannapass. Der Anstieg bis zur Mittelstation der Parsennbahn war schön gleichmässig und gut fahrbar. Ich liebe es wenn die Sonne scheint, der Schweiss aufs Oberrohr tropft und man beim Aufwärtsfahren genug Zeit hat das Panorama zu geniessen. Da wäre es fast ein Verbrechen gewesen die Bahn zu nehmen, wenn man so wie ich genügend Zeit hat.
 
 
Bei der Mittelstation bog ich dann links ab in Richtung Strelapass. Der Höhenweg war super, ich mag diese Steinlandschaften und die dürftige Vegetation. Unbewusst tat ich auf dem Weg noch etwas Positives für das Image der Mountainbiker, ich hielt an um zwei Wanderer vorbei zu lassen, für mich ganz selbstverständlich. Die beiden meinten ganz erstaunt, dass ich heute der erste Biker sei, der nicht nur einfach wortlos vorbeifahre.
 
 
Auf dem Strelapass dann eine kurze Pause und ein Blick in das Sapüner-Tal runter, wo die offizielle Duranna-Bikeroute 631 durchführt. Mein Weg führte mich aber noch weiter aufwärts, da mich die Variante über Langwies auf der Karte nicht so reizte und ich keine Lust auf unnötiges Höhenmetervernichten hatte.
 
 
Zuerst führte der gut ausgebaute Weg noch flach vorbei an markanten Felsformationen, bevor er viel steiler wurde. Gut die Hälfte davon konnte ich fahren, aber eine steile Schotterrampe zwang mich dann doch aus dem Sattel. Ich war der einzige Biker der in dieser Richtung unterwegs war, dafür auch hier wieder viel Sympathie von den Wandersleuten, im Gegensatz zu den talwärts rasenden in Vollmontur.
 
 
Oben auf dem Weissfluhjoch angekommen, gab es dann erst mal die hart verdiente Pause und eine Stärkung aus dem Rucksack. Die danach folgenden ersten paar hundert Meter wurde ich noch von der Hässlichkeit des Wintertourismus begleitet, bevor es dann auf feinsten alpinen Trails runter zum Durannapass ging. Für mich der schönste Teil der Tour und die Entschädigung für den anstrengenden Aufstieg.
 
 
Vorbei an fast weissen Felsen fuhr ich durch das Obersäsställi und dann weiter links runter an einem kleinen Bergseechen vorbei. Nach dem überqueren des Casannapasses blickte ich schliesslich auf den schönen Grüensee runter.
 
 
Der Durannapass und die ganze Gegend dort oben ist für mich sowas von typischer Schweiz. Wiesen, Kühe, Berge und ein Seechen, alles auf einen Blick, wir leben doch schon in einem wunderschönen Land.
 
 
Von der Abfahrt vom Durannapass war ich leider etwas enttäuscht, da hatte ich mir von den Beschreibungen her mehr erhofft, irgendwie kam bei mir kein Trailfeeling auf. Viele lose Steine, stark erodierte Wege, viele Matschstellen, unzählige Weidezäune und von Schifer aus mussten dann auch noch die letzten 150 Höhemeter auf einer Waldautobahn vernichtet werden.
 
 
Darum bestieg in Klosters erneut die Gondelbahn und lies mich nochmals auf den Gotschnagrat chauffieren, um den verpassten Trailspass nachzuholen. Dort dann sofort auf den Höhenweg und die Welt war wieder in Ordnung. Nochmals das wunderbare Panorama geniessend, ging es vorbei an der Parsennhütte und da war sie wieder, diese Steinlandschaft die ich so liebe. Steine die in verschiedensten Braun- und Grautönen schimmerten und im Tal die knalligen Farben als Kontrast.
 
 
Nach dem Meierhofer Tälli bog ich links ab und schon was ich von oben sah liess mein Herz höher schlagen, ein Singletrail wie aus dem Bilderbuch. Die ersten paar hundert Meter noch mit viel Tempo, folgten dann enge nicht mehr enden wollende Serpentinen in verblocktem Gelände den Hang runter. Einfach der Hammer, ich kam zum Schluss nochmals so richtig in den Trailrausch und hielt nur kurz an, wenn die Beine und Arme nach etwas Entlastung lechzten.
 
 
Erneut in Hammer Tag, nicht ganz so viel Trailanteil wie am Vortag am Pischa, dafür viel mehr Panorama und Fels-Alpinfeeling. Weiter mit der Zügenschlucht am letzten Tag, geht es im nächsten Blogbeitrag.
 


volle Distanz: 43 km
Maximale Höhe: 2652 m
Minimale Höhe: 1215 m
Gesamtanstieg: 2345 m
Gesamtabstieg: -2344 m

1 Kommentar

  1. blackCoffee sagt:

    Ich sehe draussen nur noch kleine Autolichter, die zaghaft durch die dicke Nebelsuppe leuchten….An Tagen wie diesen, retten solche Berichte den Tag 😉

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