Davos-Review: Zügenschlucht

Davos-Review: Durannapass
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Nach der eher alpinen Tour über den Durannapass, stand Tag drei im Zeichen der Waldtrails. Da wieder wechselhaftes Wetter angesagt war, wollte ich nicht mehr all zu hoch hinaus und startete in Richtung Zügenschlucht. Ein paar Meter hinter dem Hotel in den Mattawald rein und schon war ich auf dem ersten Trail. Bis nach Davos Glaris war dieser schön abwechslungsreich und als ich dort das Stück zur Rinerhorn-Bahnstation runter sah, konnte ich fast nicht wiederstehen und fuhr runter.
 
 
Keine Angst, ich werde nicht komplett zum Bähnlibiker, aber bei dem noch anstehenden Auf und Ab gönnte ich mir diesen Luxus gerne. Oben bei der Bergstation wehte ein kalter Wind, ich zog das lange Trikot an und fuhr gleich los. Schon nach ein paar wenigen Metern auf der Naturstrasse, wechselte der Track auf ein kaum mehr enden wollende Singletrail-Feuerwerk. In eher steinig offenem Gelände wurde zuerst das Leidbachtobel gequert, noch alles schön flüssig fahrbar.
 
 
Als ich später in den Wald eintauchte wurde es etwas technischer, da der Trail teilweise mit Wurzeln gespickt war und es ging auch immer mal wieder ein paar Meter aufwärts. Insgesamt führten die Trails aber fast den Höhenlinien entlang, auf den 8km von der Bergstation bis zur Laubenenalp ging es lediglich 150 Höhemeter abwärts, Fahrspass pur. Als ich unterwegs mal kurz stoppte, flitze plötzlich ein hübsches Mädel vorbei und wie sich später rausstellte, fuhr sie diesen Trail nicht zum ersten Mal.
 
 
Nach diesem genial natürlichen Never-End Trail, leider eine kleine Ernüchterung. Von der Laubenenalp nach Monstein runter wurden 300 Höhenmeter auf einer breiten Naturstrasse vernichtet. Auf der Karte gäbe es da noch eine gepunktete Alternative von der Oberalp aus, aber keine Ahnung ob diese fahrbar ist. 200 von den eben vernichteten Höhenmeter mussten dann auch sogleich wieder erarbeitet werden, bevor ich am höchsten Punkt wieder auf das Mädel von vorhin stiess. Während sie Luft für den Downhill abliess, machte ich erstmals meine verdiente Mittagspause, bevor auch ich mich in die Tiefe stürzte.
 
 
Wiederum ein super Trail, der nur noch nach unten führte und mich vorbei an Jenisberg nochmals so richtig in den Trailrausch verfallen liess. Nach dem zweiten überqueren des Chüetobel, stand ich dann plötzlich am Eingang der Zügenschlucht. Ich war das erste Mal dort und beeindruckt.
 
 
Die Schlucht ist sehr von imposant und man kommt sich ähnlich klein vor, wie in den hochalpinen Steinwüsten. Sehr eindrücklich, wie sich das Wasser über die Jahrmillionen so tief in den Fels eingefressen hat und mittendurch führt eines der 7 Schweizwunder, die Gleise der Rätische Bahn. Ich rollte gemütlich den Schluchtenweg entlang und hielt unzählige Male an um in die Tiefe zu blicken.
 
 
Vorne bei der Station Wiesen war dann aber wieder fertig mit Lustig und es mussten nochmals 400 Höhemeter erarbeite werden. Bis Wiesen rauf war es recht steil und auf der Strasse wäre es wohl etwas weniger kräftezerrend gewesen als durch den Wald. Nach einem kurzen Stück der Entspannung, wurde es bis nach Steig rauf nochmals richtig giftig und ich zog das schieben vor. Dort am höchsten Punkt angekommen, lud eine Bank zu einer letzten Pause ein und ich konnte nochmals die zurückgelegte Strecke von der anderen Talseite aus betrachten. Wie heisst es so schön, das Beste kommt zum Schluss. So auch bei dieser Tour, als Abschluss folgte nochmals ein Singletrail der Extraklasse. Nur ein paar Fuss breit, führte er dem Steilhang entlang und war schön flüssig zu fahren. Abwechselnd durch bewachsene Stücke und Geröllhänge, wurde der Spass nur durch zwei Stellen unterbrochen, wo der Weg durch Geröll blockiert war.
 
 
Just als ich unten vor Glaris wieder auf die Strasse traf, begann es zu tropfen. Darum liess ich das letzte Stück der Tour aus und fuhr auf der Strasse zurück ins Hotel, wo ich noch fast trocken ankam. Durch das Auf und Ab eine konditionell nicht zu verachtende Tour mit hohem Singletrailanteil und meinem persönlichen Highlight der Zügenschlucht. In Davos war ich sicher nicht das letzte Mal, da dort noch viele weitere tolle Touren auf mich warten.
 


volle Distanz: 50.29 km
Maximale Höhe: 2066 m
Minimale Höhe: 1201 m
Gesamtanstieg: 1636 m
Gesamtabstieg: -1638 m

4 Kommentare

  1. Ventoux sagt:

    Ein wunderschöner Fleck Erde die Zügenschlucht. Ich fragte mich nach meiner Durchfahrt im Nachhinein auch, ob man ab Laubenalp nicht den weiteren Verlauf des Wanderweges nehmen könnte. Sollte einfach mal jemand probieren. Und für weitere Touren in Davos gebe ich einfach mal ein Stichwort: Ducanfurgga, etwas vom schönsten was ich bisher gemacht habe.

    • Sven sagt:

      Ja, das wäre vielleicht auch noch eine Alternative. Von der Laubenenalp via Unteralp und dann auf dem Wanderweg durchs Holzmeistertobel, bis man bei Gebrunst wieder auf den ursprüngliche Track trifft. Dann könnte man den schönen Trail durch den Rüggsitenwald trotzdem noch mitnehmen, im Gegensatz zu der von mir angedachten Variante von der Oberalp direkt nach Monstein runter.

      Ducanfurgga steht für den nächsten Davosbesuch definitiv auf dem Programm, seit ich dieses Jahr die Bilder vom Planet Ducan bei Rotscher gesehen habe.

  2. blackCoffee sagt:

    Hi Sven, via Unteralp sollte gehen. Hier ist ein Track bei bei Gpsies: http://www.gpsies.com/

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