Ringelspitzhütte und Lavoitobel

Lauberhornabfahrt
16. Juli 2016
Augstmatthorn
27. Juli 2016
 
Das erste Mal dieses Jahr im geliebten Bündnerland, resp. von Sarganserland ins Bündnerland. Gestartet bin ich in Sargans, von wo aus in der kühlen Morgenluft erstmal gemütliches einrollen angesagt war, bis es nach Bad-Ragaz aufwärts nach Pfäfers ging. Von dort dann immer weiter durch das Taminatal und vorbei am Mapraggsee, wo sich das Tal verengt und die Felswände steil nach oben ragen. Vor Vättis wird das Tal aber schon bald wieder breiter und das kleine Strässchen führt weiter durch das obere Taminatal, vorbei an blühenden Wiesen und Maiensässen, mit einem wunderbaren Duft von frischem Heu in der Luft.
 
 
Mit dem Kunkelspass war dann das erste Etappenziel der Tour erreicht und hier traf ich auch wieder auf all die E-Bikes, welche mich durch das Taminatal überholt haben. Im Gegensatz zu deren Besitzer kehrte ich aber nicht im Berggasthof ein, sondern machte mich an die restlichen Höhemeter zur Ringelspitzhütte. Nach dem Kunkelspass wurde es dann auch deutlich steiler, aber bis zur Grossalp noch gut fahrbar.
 
 
Danach war für die letzten Höhenmeter bis zur Ringelspitzhütte schieben angesagt. Bei der Ringelspitzhütte angekommen, gab es dann auch für mich endlich die erste grössere Mahlzeit, gewürzt mit einer Prise Panoramamischung. Ein wirklich schönes Örtchen dort oben auf dieser Kuppe, vor einem die Calandakette, weit unten das Churer Rheintal, in der Ferne das Berninamassiv und hinter einem das Ringelgebirge mit dem Ringelspitz. Besonders der Haldensteiner Calanda zog meinen Blick auf sich, da ich diesen gerne einmal noch bis ganz oben mit dem Bike erklimmen möchte.
 
 
An so einem Ort in der Sonne zu sitzen, übertrifft doch jeden Strandurlaub und das beste hatte ich ja noch vor mir, die Abfahrt durch das wilde Lavoitobel. Die Abfahrt durch dieses fremdartig wirkende Tobel beginnt mit ein paar Kehren den Hang hinunter zum Lavoibach. Diesen überquerte ich dann etwas oberhalb der kleinen Brücke, die hängt nämlich seit der Überlastung durch ein paar Gipfelistürmer etwas durch und sieht nicht mehr so vertrauenserweckend aus.
 
 
In diesem Teil des Tobels haben Gletscherbach und Steine im Laufe der Jahrtausende die Felsen stark ausgewaschen, so dass wunderbare Formen und Becken entstanden, durch welche das Wasser noch heute rauscht.
 
 
Danach wird der Trail immer besser fahrbar, bleibt aber schön technisch und auch der Untergrund wird langsam etwas griffiger. Es gilt einige ausgetrocknete Bachbette zu durchqueren und auch sonst muss man hi und da mal kurz absteigen, sonst ist aber alles fahrbar und ich hatte meinen Spass daran. Je tiefe ich kam, desto mehr wichen Geröll und Steine dem Grün von Grasflächen und Baumansammlungen und der Trail wurde immer flüssiger.
 
 
Schliesslich erreichte ich dann bei Chli Schloss den dichteren Wald und es ging auf einem Nadelteppich und über Wurzeln weiter, hier jetzt wieder steiler, immer noch schön technisch und vom feinen Duft der Nadelbäume begleitet. Fast lautlos rollte ich den Trail hinunter durch den Sgaiwald und genoss einfach den Moment. Das Lavoitobel hinterliess bei mir definitiv einen bleibenden Eindruck. Auf etwa 1300 müM mündete dieser Supertrail dann in die breite Forststrasse, auf welcher die nächsten 500 Höhemeter vernichtet werden mussten. Da aber schon durch andere Berichte darauf vorbereitet, war dies halb so schlimm und ich liess es fliegen und genoss den kühlen Fahrtwind. Oberhalb von Tamins stieg ich nochmals etwas auf bis zu Benis Boden, wo ich schon am zweiten Pfadilager an diesen Tag vorbei fuhr. Ich dachte dabei an meine eigene Pfadfinderzeit zurück, wovon ich viele schöne Erinnerungen an solche Sommerlager habe. Runter bis zum Rheinufer folgte dann nochmals ein schöner Trail, von wo aus es bei Gegenwind zurück nach Chur ging. Dort erwischte ich grad noch so den schon bereitstehende Zug und lies den Tag im Speisewagen bei einem Bierchen und Abendessen ausklingen.
 


volle Distanz: 54.37 km
Maximale Höhe: 1997 m
Minimale Höhe: 483 m
Gesamtanstieg: 1800 m
Gesamtabstieg: -1701 m

3 Kommentare

  1. ROTSCHER sagt:

    😆 … und sie biegt sich immer noch über den Bach, die Brücke … 8) … und wartet immer noch auf jemanden, der sie wieder gerade biegt … 😆

  2. blackCoffee sagt:

    Danke für den schönen Post!
    Könnte man Graubünden neben das Wallis verschieben? Das wäre dann womöglich DIE Traumdestination 😉

  3. Hans sagt:

    Genau so Wild Romantisch habe ich dieses Tobel auch erlebt. Ich hoffe, wir haben das Brücklein nicht allzu fest überlastet.
    Die Trails sind einfach genial.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.