Biketragesysteme (Teil 1)

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Was ich mir vor ein paar Jahren noch kaum vorstellen konnte, ist mittlerweile schon fast zum Alltag geworden, das Bike wird aufwärts nicht nur gefahren, sondern auch immer öfters getragen. Da die schönsten Gipfel meist nicht fahrend zu erreichen sind, verbringt das Bike oft längere Zeit auf dem Rücken. Wenn sich die Tragestrecken nicht gerade über Stunden hinziehen, ist das auch kein Problem. Wenn sich meine grüne Diva aber wieder einmal über hunderte von Höhenmetern hochtragen lässt, drückt und zwickt es nach einer gewissen Zeit doch schon etwas in der rechten Schulter und bei heiklen Passagen wäre es praktisch beide Hände frei zu haben. Da kam mir das Kickstarter-Projekt, welches letztes Jahr bei MTB-news vorgestellt wurde, wie gerufen. Der PeakRider weckte mein Interesse und ich sicherte mir ein Exemplar zum Vorzugspreis. Kurz darauf stellte dann auch noch Pushcomponents ihr HookaBike Tragesystem vor, welches einen leicht anderen Ansatz zur Befestigung des Bikes am Rucksack verfolgt. Was lag also näher, als einfach beide Systeme einmal zu bestellen, um sie in der Praxis zu testen.

PeakRider: Das System besteht aus zwei Komponenten, einem Teleskopstab mit Stützplatte und dem sogenannten Cone-Strap. Der Teleskopstab passt in jeden Bikerucksack mit zentraler Öffnung für das Trinksystem und der Cone-Strap wird mit einem Handgriff am Unterrohr des Bikes im Schwerpunkt befestigt.
 
 
Das Bike wird nun einfach über den Kopf gehoben und am Teleskopstab einhängt, dabei stülpt sich der Cone-Strap über den Stab und hält das Bike sicher in Position. Die Konstruktion erlaubt das Bike in jede Richtung zu schwenken und zu kippen, um Hindernisse und Engstellen aller Art zu überwinden. Das Fahrrad drückt nicht auf die Schultern, der Schwerpunkt liegt nahe am Körper und dank der Stützplatte wird das Gewicht optimal über den Rücken verteilt und von der Hüfte gestützt.

HookaBike: Auch dieses System besteht aus zwei Komponenten, einer Basisplatte mit Klettbändern und dem Rahmengurt mit Zapfen. Die Basisplatte wird mit den Klettbändern an den Rucksackträgern befestigt und der Rahmengurt wird am Unterrohr etwa 15cm vor dem Tretlager befestigt, wobei der silberne Zapfen waagerecht nach links zeigen muss.
 
 
Das Bike wird nun von der linken Seite an Gabel und Kurbel gefasst, über den Kopf gehoben und auf die Schultern abgelegt. Wenn man den silbernen Zapfen im Nacken spürt, ist man genau mittig und kann das Bike nach unten in die Führung der Platte rutschen lassen. Um das Bike senkrecht zu montieren, muss nur die Position des Rahmengurtes verändert werden und dem durchklettern von schmalen Felskaminen steht nichts mehr im Wege.

Trockenübung: Der erste Test mit den beiden Tragesystemen verlief erfolgreich und das Bike hält damit fest am Rucksack wie es sollte. Mangels Berge bin ich damit aber erst ein paar Treppenstufen emporgestiegen. Das einhängen am Teleskopstab und das einrasten in die Führung der Grundplatte ist anfänglich recht tricky und erfordert etwas Übung. Ich habe mir dafür einen Spiegel zu Hilfe genommen, um besser sehen zu können, ob ich das Bike in der richtigen Position halte und es schlussendlich auch richtig eingehängt ist. Mit der Positionierung des Cone-Straps und des Rahmengurtes am Unterrohr muss ich aber noch etwas experimentieren, damit das Bike optimal am Rucksack hängt und sich auch blind ohne Spiegel möglichst leicht einhängen lässt.
 
 
Praxistest: Dieser steht für nächste Woche im Tessin an, die rauen und steilen Hänge rund um den Lago di Maggiore sind da die ideale Umgebung, um die beiden Tragesysteme auf Herz und Nieren zu testen. Ich bin gespannt wie sich diese in der Praxis schlagen werden, auch in Kombination mit einem vollbepackten Rucksack und gefüllter Trinkblase. Zu gegebener Zeit werde ich dann hier in Teil 2 des Vergleiches ausführlich darüber berichten, wie sich die beiden Tragesysteme im BBS-Alltag bewährt haben und welches mein Favorit ist.
 

5 Kommentare

  1. ROTSCHER sagt:

    Cool, ich muss meinen PeakRider endlich auch ausprobieren. Nicht einmal zur Trockenübung hat es mir gereicht 🙂
    Falls dir die Tragestrecken im Ticino nicht genug lang sind, kannst du das Bike ja zu Testzwecken auch mal runtertragen *hihihi* … nein, ich wünsche dir ganz gute Biketage und bin auf deinen Praxistest gespannt … und bitte nicht nochmal so eine krasse Delle im Oberrohr 😉

    • Sven sagt:

      Merci, freue mich schon mega auf die Ticinodays 😎
      Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass ich auch das runtertragen testen kann, da nicht ganz alle Ticinotrails mit meinen fahrerischen Skills kompatibel sind 😁

  2. blackCoffee sagt:

    Danke für den Post.
    HookaBike wird mittlerweile auch von Velplus angeboten….Der Praxisvergleich mit dem Peakrider wäre interessant…

    Wünsche Dir viel Spass im Tessin!

  3. spectres sagt:

    Sali Sven

    Ich nutze Hookabike und bin bislang sehr zufrieden. Eingesetzt habe ich es in der Lötschbergsüdhangregion gleich in der Praxis. Zuerst musste ich mich kurz ans Einhängen gewöhnen. Es klappte aber erstaunlich schnell. Was das Tragen angeht, so kann ich erst auf die Erfahrungen auf einer kürzeren Strecke zurückgreifen (400Hm). Mein bisheriges (einmaliges) Fazit: Das Tragsystem bringt einige Vorteile und ist angenehm.

    Happy trails – und vielleicht mal im Wallis…
    bernhard

    • Sven sagt:

      Hallo Bernhard

      Merci für dein Feedback, auch meine ersten Hookabike-Erfahrungen aus den Tagen im Tessin sind durchwegs positiv. Gerade auf längeren und etwas ausgesetzteren Tragepassagen bringt das Tragesystem eine spürbare Erleichterung gegenüber dem herkömmlichen Bikeschleppen, ein ausführlicher Praxisbericht folgt dann hier noch.

      Ja wäre cool, wenn es diese Saison mal für eine gemeinsame Wallis-Tour klappen würde 😉

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