Highlights 2019

27. Dezember 2019
Käse, Kater und Bergseen
9. Dezember 2019
Engadiner Mittagskogel
10. Januar 2020
 
Highlights, von diesen gab es in der vergangenen Saison wieder viele, auch wenn wir öfters mit unstabilen Wetterverhältnissen zu kämpfen hatten. Dafür drückt jetzt gerade die Winterzeit bei mir umso mehr auf das Gemüt. Die Tage sind kurz und trüb, die Sonnenstunden rar und die alpinen Glücksmomente auf dem Bike fehlen gänzlich. Dazu kommt noch die schon seit längerem frustrierende Jobsituation, welche jetzt, nachdem im Sommer das ganze Ferienguthaben aufgebraucht wurde, voll durchschlägt. Nach 15 zum grössten Teil schönen Jahren beim selben Arbeitgeber, tu ich mich schwer damit, den ganzen Bettel einfach hinzuschmeissen, nur weil eine unsinnige Reorganisation die nächste jagt. Dieses Jahr ist der Kontrast zwischen den ferienreichen Sommermonaten und der winterlichen Durstzeit besonders krass, wie wenn ein Schalter umgelegt worden wäre, vom paradiesischen Bergsommer direkt in die Winterdepression. Der Psychoanalytiker würde da eine Midlife-Crisis wohl nicht ganz ausschliessen. Wie sieht die Zukunft aus, was habe ich noch für Ziele und was macht mich wirklich glücklich? Fragen über Fragen, wobei ja gerade 42 die Antwort auf all dies sein soll. Gegen die Diagnose spricht hingegen, dass ich die Phase der schnellen Sportwagen bereits hinter mir habe und auch sonst im Geiste immer noch mehr Lausbub anstatt erwachsen bin. Ganz so schlimm ist es also doch noch nicht, ich muss einfach genug Biken gehen können. Kennt zufällig jemand einen Arzt, der Bike-Kururlaube in der Sonne gegen Winterdepressionen verschreibt?

Aber jetzt genug gejammert, widmen wir uns doch lieber den erfreulicheren Dingen. Wenn ich mich so durch die Blogbeiträge der vergangenen Saison wühle, sind da viele schöne Erinnerungen, wie zum Beispiel diese hier, an die Tour mit David und Freddy zum Sirwoltesattel und Wyssbodehorn hoch über dem Simplon.
 
 
Das erste Highlight des Jahres waren einmal mehr die traditionellen Tocinodays. Die Ferienwohnung mit Pool und Seeblick war super, die Trails steinig und verblockt wie wir es lieben und der Grill lief fast im Dauerbetrieb. Besonders cool war diesmal, dass mich ein paar von euch in der Sonnenstube besuchen kamt. Was gibt es schöneres, als tagsüber die Bikes mit guten Freunden durch die Gegend zu schleppen und abends gemeinsam dem mediterranen Dolce-Vita zu frönen.
 
 
Der höchste Gipfel und zugleich auch das härteste Unterfangen dieser Saison war der wilde Strubel im Berneroberland. Fast 5 Stunden lang schleppte ich das Bike durch die Steinwüste nach oben, bis ich schliesslich auf dem Gipfel des Wildstrubels stand. Die anschliessende Abfahrt mit Blick auf den Plain-Morte Gletscher war dann der Lohn für die ganze Müh. Eine super Tour die man wahrscheinlich nur einmal im Bikerleben macht, die mir aber noch lange in Erinnerungen bleiben wird.
 
 
Die Hüttenhighlights waren etwas komplett Neues für mich. Als verwöhnter Gourmetbiker war ich anfänglich den spartanischen Übernachtungen gegenüber eher skeptisch eingestellt, aber es wurden mitunter die schönsten Erlebnisse des vergangenen Sommers. Mein Lieblingsbild des Jahres stammt dann auch von einem dieser Hüttenabenteuer, als ich mich mit Beat auf die Tour d’Emosson begab und wir dem weissen Pferdchen einen Besuch abstatteten. Die zweite Mehrtagestour führte uns zu den Dents du Midi, wo leider das Sturmtief Mortimer unsere Gipfelpläne durchkreuzte.
 
 
Das Wetterhighlight kam auch heuer ganz zum Schluss. Nach hartnäckigen Schneeresten und oft instabilem Wetter im Sommer, folgte im September einmal mehr Spätsommerwetter vom feinsten. Strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen erwarteten mich im Oberengadin und im Val d'Anniviers. Die Berichte dazu schulde ich euch noch und werden durch den Winter nachgereicht. Das Bild hier bringt die paradiesischen Tage aber ziemlich gut auf den Punkt, es war einfach herrlich.
 
 
Dies nur paar Beispiele, herausgepickt aus der wieder beachtlich grossen Anzahl an schönen Touren. Ob alleine unterwegs oder mit Freunden, die Zeit auf dem Bike ist besser als alle pharmazeutischen Stimmungsaufheller zusammen. Auch dieses Jahr durfte ich auf den Trails wieder neue Bekanntschaften machen und alte Freundschaften wurden gepflegt. Es macht immer wieder jede Menge Spass mit euch zusammen unterwegs zu sein und ich freue mich jetzt schon darauf, auch im nächsten Jahr gemeinsam die Trails unsicher zu machen. Leider blieb uns diese Saison ein endlos schöner langer Herbst vergönnt. Der Schnee nahm die alpinen Trails schon früh in Beschlag und bereits vor Oktoberende war die Hochtourensaison definitiv vorbei. Jetzt müssen wir halt wieder mit den Hometrails vorliebnehmen und die Zeit nutzen, um den Tourenvorrat aufzustocken und das Material auf Vordermann zu bringen, damit einer erfolgreichen Bikesaison 2020 nichts mehr im Wege steht. Die Leistungsdaten bewegen sich mit aktuell 3360 Kilometer, 108'000 Höhenmeter und 119'000 Tiefenmeter auch diesmal wieder im langjährigen Mittel und vor gröberen Verletzungen blieb ich zum Glück verschont. Dies auch dank den neuen Knieschonern, wozu ich mich nach langem Ringen überwinden konnte. Jetzt müsste nur noch endlich das leidige Thema Knackville abgehakt werden, damit wir im neuen Jahr wieder ungestört die Ruhe in den Bergen geniessen können.
 
 
Zukünftige Highlights kündigen sich auch schon welche an, in vier Wochen geht es für eine kurze Stippvisite nach Zermatt. Mit fetten Reifen werden wir dort den Schnee durchpflügen, diesmal auch bei Nacht, no Fear of the Dark. Eine Ferienwohnung am Lago di Maggiore ist ebenfalls bereits wieder gebucht, mittlerweile ein fester Bestandteil im Bikekalender und ich freue mich schon mega darauf, da mit ein paar von euch die Bikebergsteigsaison zu eröffnen. Ausserdem war ich letzte Woche zum ersten Mal im Hebdi, der Kletterhalle welche bei uns im Nachbarort neu eröffnet wurde. Die ersten beiden Lektionen machten mächtig Spass und trotz anschliessendem Muskelkater kann ich mir gut vorstellen, Bouldern zukünftig als Ausgleich neben dem Biken etwas intensiver zu betreiben.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und auch im neuen Jahr viele glückliche Stunden auf dem Bike und daneben !
 

7 Comments

  1. blackCoffee sagt:

    Hoi Sven, schön von Dir zu lesen..Weil ich auch keinen trailverschreibenden Arzt fand, habe ich mit dem Rapha500 vorlieb genommen 😉..
    Wünsche Dir einen guten Rutsch und hoffentlich bald zur Winterpokal-Abschlusstour (vielleicht kombiniert mit einem Fondue?)
    Liebe Grüsse Ändu

    • Sven sagt:

      Hoi Ändu, gute Idee, leckeres Essen und speziell Käse in geschmolzener Form erzeugt jede Menge Glücksgefühle. In Kombination mit Biken kaum mehr zu toppen, da bin ich auf jeden Fall dabei 😉

  2. ROTSCHER sagt:

    Ein Saisonrückblick ist zumindest ein kleiner Aufsteller. Da sieht man, dass in der kurzen Bikesaison doch einiges zusammengekommen ist. Es hat mich auch riesig gefreut, einige tolle Biketage mit dir erlebt zu haben. Freue mich daher schon wieder sehr auf die nächsten Abenteuer 😉
    … Aber im Moment geht es mir ähnlich wie dir, ziemlich im Tief. Der Winterblues hat mich übermannt. Immer noch Sportpause wegen den Knieschmerzen, zum durchdrehen. Mein Körper kämpft wahrscheinlich gegen irgendwelche Viren, daher eher am kränkeln als mit Energie geladen. Und richtig üppig ist bei mir auch der Sommer nicht ausgefallen, viel zu viel Arbeit und Stress, zu wenig Ferien. Habe manchmal Mühe wieder runter zu fahren. Hoffe also sehr auf bessere Zeiten …
    Liebe Grüsse aus dem Osten und wünsche einen guten Start ins neue Jahr !

    • Sven sagt:

      Oje, Worried anstatt Sporting Life Blues, das ist natürlich besonders übel, wenn neben dem Gemüt auch noch der Körper kränkelt. Hängt leider alles irgendwie zusammen, ein Teufelskreis, aber es kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten. Bei mir ist es genau umgekehrt, Unterforderung anstatt Stress im Job. Wenn das noch lange so weitergeht, dann droht irgendwann ein Boreout. Dafür hab ich genügend Ferien und Zeit für ausgedehnte Biketouren, eine verzwickte Sache diese Work Life Balance …

      Ich drücke Dir die Daumen, dass es im neuen Jahr gesundheitlich wieder aufwärts geht und Du etwas mehr Zeit für alpine Abenteuer findest 😉

  3. David sagt:

    Mein Chef hat mir eine Kur in Finale verschrieben, was ich jetzt über Silvester natürlich pflichtbewusst auch mache. Kann ich sehr empfehlen gegen den Winterblues 😉
    Danke für einige top Bikemomente mit euch im 2019, das neue Jahr kann kommen!

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