Zwiespältiger Jahresanfang

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3. Februar 2018
Hoch über Solothurn
15. Mai 2018
 
Schon etwas länger ist es her, seit ich hier etwas zu berichten hatte. Am Anfang des Jahres wurden noch die letzten Zermatter Konserven angebrochen und seither herrschte Funkstille, da ich leider eine längere Zwangspause verordnet bekam. Auf einer der ersten Ausfahrten im neuen Jahr riss ich mir am Hardtail den Schaltwerkkäfig ab, als ich wegen umgefallenen Bäumen durchs Unterholz ausweichen musste. Also griff ich für die nächste Trainingsrunde auf das Liteville zurück und damit kann man einfach nicht nur Waldautobahnen fahren, wenn daneben Trails locken. Der Jahreszeit entsprechend waren die Wurzeln natürlich feucht und es kam wie es fast kommen musste, ich verlor wieder einmal gegen die Physik. Das Ergebnis dieser unfreiwilligen Flugstunde, eine leichte Rippenprellung und zwei geprellte Daumen mit Bänderriss rechts. Zur Feier des Tages bekam ich von der SUVA diesen hübschen blauen Handwärmer und drei Wochen Sofahütedienst spendiert.
 
 
Was macht man in lädiertem Zustand am besten mit der vielen freien Zeit? Touren planen, DMAX gucken und Teile shoppen. Für mein neues Projekt war erst der Rahmen vorhanden und noch viele Fragezeichen offen, was die einzelnen Anbauteile betraf. Bei der Gabel habe ich mich diesmal für eine Fox Float 36 HSC/LSC entschieden und dieser gerade noch eine AWK von Chickadeehill spendiert. Der Dämpfer war beim Frameset schon dabei und musste nur noch zu Lord-Helmchen, um auf mein Fliegengewicht abgestimmt zu werden. Die passende Farbe dazu lieferte Slikgraphics in gewohnt guter Qualität.

Ein kleiner Trost während der langen Zwangspause war das Wetter, welches während des ersten Quartals selten wirklich zum Biken animierte. Hier in den Niederungen meist nass, haute es in den Bergen Schnee hinunter wie seit Jahrzenten nicht mehr, ob der wohl jemals wieder ganz schmilzt? Mitte März war es dann endlich soweit, nach ein paar zaghaften Asphaltrunden versuchte ich mich wieder an den ersten Trails. Am Freitag bis auf einen kurzen Regenschauer noch frühlingshaft schön, war das Erwachen am Sonntag umso weisser, verstehe einer dieses Wetter.
 
 
Dafür entschädigte heuer der April für den eher bescheidenen Jahresanfang mit sommerlichen Temperaturen, letztes Wochenende kratzten wir sogar schon knapp an der 30° Marke. Vom berüchtigten Aprilwetter keine Spur, Sonne pur und staubtrockene Trails, das freut des Bikers Herz und ich konnte meinen Trainingsrückstand fast schon wieder aufholen. Hier daheim unterwegs in geschichtsträchtigem Gelände auf einer meiner Lieblingstouren. Die Fortifikation Hauenstein, eine wichtige Verteidigungslinie aus dem ersten Weltkrieg, zieht sich hier über die Jurahöhen und bietet jede Menge Möglichkeiten zum Spielen.
 
 
Aktuell prägt gerade die Farbe Weiss das Baselbiet, die Kirschbäume blühen überall und ich tauchte gestern auf meiner Feierabendrunde ein in das Blütemeer. In der japanischen Kultur ist die Kirschblüte eines der wichtigsten Symbole und steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Für mich ist es auch immer ein Zeichen, dass es an der Zeit ist, mein Razorblade aus dem Winterschlaf aufzuwecken. Wieder die Schönheit der Natur geniessen, der Aufbruch in eine neue Bikesaison und sich der allgegenwärtigen Vergänglichkeit bewusst sein. In dem Sinne, auf eine erfolgreiche Saison mit vielen schönen Erlebnissen.
 
 
Von einem langjährigen Weggefährten musste ich auch noch Abschied nehmen. Nachdem ja bald ein neues Pferdchen bei mir im Stall einziehen wird, habe ich mich entschieden, mich von meinem Koba Reamol zu trennen. Mit ihm habe unzählige schöne Stunden verbracht und meine ersten Erfahrungen beim Bikeschleppen gesammelt, aber drei Bikes für den gleichen Einsatzzweck sind definitiv eins zu viel. Ich hatte es darum auf Ricardo ausgeschrieben und erstaunlich viele Gebote erhalten, ich denke es kam in gute Hände mein Reamol.
 

4 Kommentare

  1. Ventoux sagt:

    Wunderschöne Eindrücke aus dem Baselbiet. Dieser Schützengraben auf dem Titelbild kommt mir doch irgendwie bekannt vor, bin ich doch erst grad daran vorbeigefahren 😉 Und vom Deckel runter fahren kam nicht mal meinen technisch hartgesottenen Kollegen in den Sinn. Häb Sorg und auf bald einmal. Hab mir grad überlegt ob am Sonntag nicht mal der Chasseral an der Reihe wäre?

  2. blackCoffee sagt:

    Hi Sven, wünsch Dir auch eine gute und schmerzfreie Saison…

  3. ROTSCHER sagt:

    Ich wünsche dir natürlich auch eine tolle und vor allem unfallfreie Saison. Dein Kontingent von Verletzungen hast du ja dieses Jahr bereits bezogen. Das ist doch beruhigend 😁
    Schade warst du nicht dabei bei meiner onTOUR im Wallis. Aber die Saison ist noch lang und das mit der Schneeschmelze dauert auch noch lange, sehr lange … Auf den hohen Berggipfeln werden wir wohl auch im Hochsommer Schneekontakt haben.
    Let’s rock 😉

  4. Sven sagt:

    Merci Jungs, wünsche auch Euch eine gute Saison mit hoffentlich wieder ein paar schönen gemeinsamen Tagen in den Bergen, mit oder ohne Schnee, egal, macht beides Spass. Dann hoffe ich doch mal, dass ich das Kontingent nicht überziehe und ihr es erst gar nicht anbrechen müsst.

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