Lema und Tamaro im Doppelpack

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Eigentlich wollte ich ja letzte Woche ein paar Tage ins Berneroberland. Da ich aber auf Temperaturen unterhalb 20° und Regen keine Lust hatte, disponierte ich kurzfristig um und floh vor dem Schmuddelwetter ins Tessin. Diesmal ging es in die Region Lugano, genauer gesagt nach Cademario, wo ich im kleinen familiären Hotel Al Ponte noch ein Zimmer fand. Fernab des Trubels, kann man sich dort oben bei einer wunderbaren Aussicht so richtig gut erholen und abschalten.
 
 
Der erste Tag startete mit einer schönen Abfahrt (aus Rotschers Malcantone-Tour) nach Maglio und von da wieder rauf nach Miglieglia, wo ich die Monte-Lema Bahn rechts liegen liess und weiter bergauf Richtung Pradècolo pedalierte. Schon bald hatte ich die Grenze zu Italien überschritten und folgte dem abwechslungsreichen Wanderweg bis zur Abzweigung zum Monte Lema, wo ich mich kurzfristig entschied doch noch rauf zu gehen. Oben bei der Bergstation eine kurze Pause und es folgte der spassige Downhill bis Alpone, einer malerischen Ansammlung von Steinhäusern.
 
 
Die folgende Abfahrt nach Curiglia verlief dann leider auf einem asphaltierten Weg, obwohl auf der italienischen Topokarte gestrichelt eingezeichnet. Wie ich erst im Nachhinein in einem Kommentar bei GPS-tracks las, gebe es da ab Prati di Maggio noch eine Trailalternative zu den 400 Höhenmeter auf Asphalt. Der Rest der Tour auf italienischem Gebiet war nett, aber nichts wirklich Spezielles. Ein zweites Mal würde ich die Tour so nicht unbedingt fahren.
 


volle Distanz: 48.06 km
Maximale Höhe: 1545 m
Minimale Höhe: 478 m
Gesamtanstieg: 1806 m
Gesamtabstieg: -1807 m
 
Für den zweiten Tag hatte ich mir den Höhenweg vom Monte Tamaro zum Monte Lema vorgenommen. Ausnahmsweise nahm ich mal ganz sissihaft den Zug bis nach Rivera und die Gondelbahn bis Corte di Sopra, da ich nicht genau wusste was mich auf der Tour noch erwarten würde. Nach einem Abstecher zur Botta-Kapelle Santa Maria degli Angeli, nahm ich den steilen Anstieg zur Antenne in Angriff.
 
 
Nach der Capanna Tamaro begann dann der Höhenweg, welcher fahrtechnisch einiges abverlangte und einem auch immer mal wieder zum Absteigen zwang. Beim Bassa di Indemini verliess ich die Bikestrecke und folgte weiter dem Höhenweg, den Monte Gradiccioli und dessen steilen Aufstieg schon im Blick. Für die nächsten 200 Höhemeter hiess es dann wieder einmal das Bike schultern, was sich aber definitiv lohnte.
 
 
Der Monte Gradiccioli war für mich das Highlight dieser Tage im Tessin. Ein traumhaftes 360° Panorama über den Lago Maggiore und Lago di Lugano, das seinesgleichen suchen muss. Da nur zu Fuss erreichbar, ist der Monte Gradiccioli auch nicht so überlaufen wie die anderen Gipfel und es ergab sich während des Mittagessens eine nette Plauderei mit zwei Deutschschweizer Wanderern.
 
 
Die Abfahrt vom Monte Gradiccioli war dann wieder Spass pur und weiter ging es ihn ähnlicher Konstellation mit Fahren, Schieben und Aussicht geniessen über den Monte Pola und den Monte Magno herum. Den Monte Lema schon in Sicht, folgte noch eine etwas längere Schiebepassagen, bevor es auf einem schönen Trail runter zur Forcola d’Arasio ging. Jetzt musste nur noch einmal der Gegenanstieg zum Monte Lema bewältigt werden und die Höhenmeter und der Fahrer waren endgültig geschafft. Darum liess ich es dann auch bleiben und stieg nicht noch weiter zur Wetterstation auf.
 
 
Nach einer Pause machte ich mich auf die letzte Etappe, den Downhill Richtung Passo di Monte Faeta Forcola runter, von wo aus ich auf der Strasse zurück nach Cademario fuhr. Diese Tour war so ganz nach meinem Geschmack, zwar nicht alles fahrbar, aber viel Abenteuer und ein grandioses Panorama.
 


volle Distanz: 27.39 km
Maximale Höhe: 1892 m
Minimale Höhe: 643 m
Gesamtanstieg: 958 m
Gesamtabstieg: -1725 m
 
Am dritten Tag nahm ich dann erneut den Tamaro in Angriff, da ich die Abfahrt von GPS-tracks via Alpe Canigiolo auch noch ausprobieren wollte. Diesmal fuhr ich aber auf den eigenen Rädern nach Rivera und von dort aus rauf zur Alpe Foppa. Dementsprechend hängte dann der Aufstieg auf der Schotterpiste zur Antennen auch nochmals an. Oben angekommen legte ich mich erstmal in die Wiese und ruhte mich in der Sonne etwas aus, bevor es an die Abfahrt ging.
 
 
Den ersten Teil bis zum Bassa di Indemini kannte ich ja schon vom Vortag. Vorbei an der Alpe Canigiolo wurde es mit schwindender Höhe dann immer flowiger und endete schlussendlich in einem typischen Tessiner Waldtrail. Bei La Bassa wäre ich wohl gescheiter den beiden Dowbhillern gefolgt, welche den Monte Ferraro rechts versuchten zu umrunden. Die Variante von GPS-tracks führte leider schon bald auf eine Waldautobahn, worauf ich dann bis Arosio fast 400 Höhenmeter vernichtete. Von Arosio zurück nach Cademario gab es zum Abschluss nochmals ein paar schöne Trails durch den Wald und die Biketage im Tessin waren auch schon fast wieder vorbei. Jetzt fehlt mir vom Tamaro runter nur noch die Abfahrt zur Alpe di Neggia, welche ja die interessanteste sein soll.
 
 
Hier noch ein paar Impressionen vom wunderbaren Ausblick des Hotels bei Tag und Nacht. Einmal mehr ein paar wunderschöne Tage in der Sonnenstube der Schweiz und ich war sicher nicht das letzte Mal in dieser Region, da der Monte Bar ja noch auf mich wartet.
 

3 Kommentare

  1. rotscher sagt:

    Die Gegend bietet sehr viel, mit unzähligen Trailvarianten. Und du hast dies mit passendem Wetter so richtig ausgekostet. Ich würde die Tamaroabfahrt Richtung Lago Maggiore sofort empfehlen 🙂 Die Schlussabfahrt durch den steilen Kastanienwald fordert noch einiges ab.

  2. blackCoffee sagt:

    Das sind richtig schöne Bilder & Tipps für das Tessin. Leider hatte ich den Kanton noch nie unter den Stollen…(Versäumnis, ich weiss – ist aber auf meiner Wunschliste).

    Falls Du wieder mal ins Tessin gehst gib Bescheid, vielleicht kann ich das Versäumnis nachholen..

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