Tessin die Zweite

Sag mir wo der Sommer ist
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Vorarlberger Rasierklinge Part III
7. August 2014
 
Den Sommer habe ich im Tessin doch noch gefunden und ihn gleich mit zurück gebracht. Der Weg dorthin war aber mit über 10km Stau vor dem Gotthard steinig und führte darum via San Bernardino. In Ascona (im gleichnamigen Hotel) angekommen, genoss ich dann erstmals die vermisste Sonne am Hotelpool, bevor es zu leckerem Essen, Rotwein und Käsedessert überging. Schön ausgeschlafen ging es dann am Samstag auf die Rasa-Tour. Zuerst einmal mehr steil bergauf, bevor ein paar schöne Trails zum wunderschönen Dörfchen Rasa führten, welches sonst nur über die Seilbahn erreichbar ist.
 
 
Das anschliessende Stück runter nach Bordei war dann gar nicht so schlimm wie überall beschrieben. Man musste zwar x-mal absteigen, aber es gab auch immer wieder fahrbare Abschnitte. Von da an führte der Rest der Strecke über die Strasse runter zum Lago-di-Palagnedra und weiter durch das Centovalli. Ab Intragna konnte man es dann auf dem Radweg der Melezza und Maggia entlang bis nach Ascona ausrollen lassen. Landschaftlich eine sehr schöne Tour, aber von Fahrspass her eher Mittelmass.
 


volle Distanz: 43.52 km
Maximale Höhe: 1298 m
Minimale Höhe: 199 m
Gesamtanstieg: 1276 m
Gesamtabstieg: -1276 m
 
Am Sonntag wollte ich dann die Tour über den Cima-della-Trosa nachholen, welche ich ja beim letzten Tessin-trip nicht mehr schaffte. Den Anfang bis auf den Cimetta kannte ich ja schon und wusste darum genau, wie ich die Kraft für den Aufstieg einteilen musste. Leider zog just als ich auf den Cimetta kam Bewölkung auf, ich entschied mich aber trotzdem weiter Richtung Trosa zu fahren. Ein kurzes Stück war dann noch fahrbar, bevor das Bike für die nächsten 40min und 250hm geschulter werden musste.
 
 
Oben auf dem Cima-della-Trosa angekommen, war die Aussicht wegen der Bewölkung leider eher bescheiden und ich stärkte mich nur schnell mit einem Minipic, bevor es an die Abfahrt ging. Diese war mal wieder so richtig nach meinem Geschmack. Zuerst bis zur Alpe-di-Bietri eher alpin und mit grossen Steinen verblockt, dann einen flowigen Abschnitt durch den Wald, anschliessend wieder abwechselnd schnellere und schwierigere Stücke auf verschiedenstem Untergrund und zum Schluss noch ein paar Treppen, bevor man unterhalb von Resa wieder auf die Strasse kam. Diese Tour muss ich unbedingt nochmals bei wolkenlosem Himmel wiederholen, da die Aussicht vom Cima-della-Trosa traumhaft sein muss.
 


volle Distanz: 42.34 km
Maximale Höhe: 1840 m
Minimale Höhe: 207 m
Gesamtanstieg: 1769 m
Gesamtabstieg: -1768 m
 
Für den dritten Tag hatte ich mir aus drei Touren eine zusammen gebastelt. Zuerst fuhr ich ein Stück der Valle-Maggia bis nach Mogheno und folgte dann von dort der Tour Passo-della-Garina hinauf nach Cortone. Der Aufstieg war recht happig und ich war froh dass er im grösstenteils schattigen Wald verlief. Nach einer Stärkungspause vor einem Rustico ging es dann weiter und einmal mehr musste ich merken, dass wer liest im Vorteil ist. Denn dann hätte ich nicht übersehen, dass die Durchquerung des Valle-di-Lareccio mit einer mühsamen Trage- und Krazelaktion verbunden ist. Nach einer guten halben Stunde war aber dann auch dies geschafft und ich stand auf dem Passo-della-Garina, von wo aus es nur noch abwärts ging.
 
 
Bis nach Loco machte der Trail dann jede Menge Spass und war sehr abwechslungsreich. Die Abwechslung ging sogar soweit, dass sie auch einen unfreiwilligen Absteiger beinhaltete. Und um die Peinlichkeit noch zu toppen, dies natürlich gerade in der Nähe von ein paar Wandersleuten. Nach einem kurzen Richten des Vorbaus, ging es dann weiter durch den Wald, über Treppenstufen, vorbei an einer schönen Kapelle und weiter Talwärts bis nach Loco. Dort spürte ich dann erstmals leichte Schmerzen in der linken Rippenpartie, habe mir wohl beim Sturz eine leichte Rippenprellung geholt. Darum nahm ich dann ab Loco nur noch die eigentliche Aufstiegsroute der Val-Onsernone Tour bis runter nach Intragna, von wo es dann über die schon bekannte Strecke zurück nach Ascona ging.
 
Aussicht vom Hotelbalkon auf Ascona bei Tag und Nacht.
 
Irgendwie bekomme ich das Tessin je länger desto lieber. Vor allem wenn das Wetter im Rest der Schweiz schlecht ist, ist das Ferienfeeling unbezahlbar, wenn man unten ankommt und sich in die Sonne legen kann. Kulinarisch wissen Sie eh wie man es sich gut gehen lässt und es hat auch schöne Top-Down Touren, nur auf die geprellten Rippen könnte ich das nächste Mal verzichten.
 

1 Kommentar

  1. blackCoffee sagt:

    Super schöner Bericht Danke! Ich habe diese Gegend seit Jahren nicht mehr besucht – eigentlich schade, sie hat viel zu bieten.

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