Eggerhorn im Goms

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Das Eggerhorn sei ein Geheimtipp habe ich gelesen, mein Interesse war geweckt. Ich startete in Fiesch und das erste Stück durch das Binntal war mir von der Saflischpass-Tour her schon wohlbekannt. Besonders der Teil auf der alten Strasse um den Tunnel rum, ist immer wieder schön zu fahren. Jedes Jahr stehen dort neue Kunstwerke aus Naturmaterialien, welche wunderbar zu der Landschaft und den dort über die Felsen fliesenden Bächlein passen. In Binn durfte dann natürlich der obligate Kaffee im Restaurant bei der Steinbrücke nicht fehlen. Anschliessend verliess ich die Saflischpass-Route und fuhr weiter ins Binntal hinein.
 
 
Schon bald ging es links auf einer Forststrasse den Hang hinauf und ich traf auf einen Holländer, mit welchem ich die nächsten paar hundert Höhemeter zusammen abspulte. Ich kramte mein Schulenglisch hervor und wir plauderten ein bisschen. Er erzählte mir, dass der grösste Berg bei ihnen gerade mal 300m hoch sei, dafür zog er aber aufwärts ganz gut mit. Später beim Erreichen der Baumgrenze trennten sich unsere Wege wieder und er fuhr zurück ins Tal, ich fuhr weiter rauf zur Äbnimatt.
 
 
Kurz dahinter bei Sattulti war dann auch schon Schluss mit fahren, für die nächste Stunde wechselte das Bike auf die Schultern. Auf beiden Seiten des Weges blühte es in allen Farben und der Duft von Bergthymian zog durch meine Nase. Langsam und konstant schritt ich nach oben, dem Ziel Eggerhorn immer näher kommend.
 
 
Beim Gipfelkreuz angekommen hatte ich den Gipfel ganz für mich alleine, herrlich. Ich legte mich ins Gras und genoss einfach nur den Augenblick. Die Aussicht von dort oben ist phänomenal. Man sieht das ganze Goms und die Berner Alpen, die Binntaler Berge und das Aletschgebiet bilden eine eindrückliche Kulisse. Ich liebe das, wenn ich vom Gipfel aus die Tour vom Vortag nochmals aus der Ferne betrachten kann.
 
 
Nachdem ich ausgiebig die Sonne genossen hatte, verewigte ich mich noch im Gipfelbuch und startete in die Abfahrt. Der Singletrail runter ins Rappetal sah von oben wie aus dem Bilderbuch aus, ein schmaler Strich schlängelt sich durch die Landschaft in das Tal hinunter. Der einzige Wehmutstropfen, der Trail verläuft öfters in tiefen Furchen und man stiess mit den Pedalen ständig an.
 
 
Trotz einigen Schiebestellen machte der Trail Spass und mit der nötigen Technik wären auch die engen Spitzkehren unten fahrbar gewesen. Dies muss ich jetzt unbedingt über den Winter ausgiebig üben, würde den Spassfaktor nochmals um einiges erhöhen. Der nun folgende Singletrail durch das Rappetal hervor, verlief entlang der unterirdischen Putzera-Suone und war Genuss pur. Fast der Höhenlinie entlang, führte er relativ einfach fahrend durch die Talflanke und dies schier unendlich lang.
 
 
Irgendwann hatte ich die Alpe Frid erreicht, wo es weiter auf den nächsten Singletrail durch den Wald ging. Anfangs noch recht flowig, wurde es immer stotziger, je tiefer man wieder ins Rappetal hinein kam. Unten am Milibach beim Niederäner Chäller war dann endgültig fertig mit Trails, für den Schluss folgte noch eine schnelle Abfahrt auf einem breiten Weg durch den Wald. Ich gab nochmals richtig Gas und liess die Bremsen glühen. Bei Ernen traf ich dann wieder auf die Aufstiegsroute und radelte gemütlich zurück ins Hotel.
 
 
Fazit: Ein Geheimtipp ja, weil abgelegen, Natur pur und super Panorama. Leider sind nicht alle Trails durchgehend fahrbar, was ich persönlich aber nicht so schlimm fand.
 


volle Distanz: 43.3 km
Maximale Höhe: 2473 m
Minimale Höhe: 1014 m
Gesamtanstieg: 1614 m
Gesamtabstieg: -1613 m

3 Kommentare

  1. blackCoffee sagt:

    Schöne Bilder! Vom Rappetal habe ich schon bei Alpavista gelesen…..Hoffe ich schaff es auch mal in die Gegend…

  2. Thomas sagt:

    ‚Der Singletrail runter ins Rappetal sah von oben wie aus dem Bilderbuch aus, ein schmaler Strich schlängelt sich durch die Landschaft in das Tal hinunter. Der einzige Wehmutstropfen, der Trail verläuft öfters in tiefen Furchen und man stiess mit den Pedalen ständig an.‘

    Genau so habe ich das 2011 auch gesehen. Und dann kam die Realität. Extrem schmal und tief eingefurcht, was den Fahrspass doch trübte.
    Ich glaube so gute 60 Prozent waren effektiv fahrbar.
    Spannend fand ich den Trail oberhalb des Milibach bis zur Alpe Frid.

    Trotzdem … ein wunderschöner Aussichtsberg, unbeachtet von den meisten Wanderern (und natürlich Bikern) thront das Eggerhorn über dem Rappetal. Eine spannende Biketour auf wenig frequentierten Wanderwegen.

    PS: Deine Website gefällt mir. Gut geschrieben und auf den Punkt gebracht. Sehr gute Fotos.

    Gruss Thomas

    • Sven sagt:

      Hoi Thomas, ja das Eggerhorn ist definitiv zu Unrecht eher unbeachtet, ich werde ihm sicher wieder einmal einen Besuch abstatten. Der Kollege 8664 hat da bei MTB-news noch ein paar interessante Varianten vorgeschlagen, unter anderem auf der anderen Seite des Rappetals zum Grittlesee rauf. Weiter würde sich auch noch das Grosse Füllhorn ev. für eine Tourenkombination anbieten.

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