Nanzlicke und Nesseltal

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Varneralp im Indian Summer
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Für meinen letzten Ferientag hatte ich mir eine etwas eher gemütliche Tour ausgesucht. Ich fuhr mit der Bahn bis nach Stalden und von dort aus mit der kleinen Seilbahn weiter nach Gspon, wo ich auf 1900müM in den Biketag startete. Schon bald hatte ich die paar Häuser hinter mir und fuhr auf dem Höhenweg rüber zum Gibidumpass. Der Weg war recht einfach zu fahren, flüssige Abschnitte wechselten sich mit kleinen Anstiegen ab und ich sammelte so die ersten Höhemeter.
 
 
Die Grasflächen leuchteten dort oben schon in den verschiedensten Gelbtönen und gaben einen schönen Vorgeschmack auf den bald folgenden Indiansummer. Auf dem Gibidumpass stattete ich diesmal auch dem See einen Besuch ab. Es herrschte leichter Wellengang, da eine steife Brise wehte. Darum verspies der Luusbueb auch nur rasch seinen mitgebrachten Spitzbueb und machte sich wieder auf den Weg.
 
 
Der Heido Suone entlang, welche den Gibidumsee speist, fuhr ich nach hinten ins Nanztal. Ein schöner Trail mit einem wunderbaren Blick ins Nanztal, der nur an einer Stellen durch einen Steg unterbrochen wurde. Im hinteren Teil bei der Alphütte erblickte ich links oben das Ochsehorn, welches Rotscher und Etienne kürzlich mit dem Bike bestiegen haben. Später folgten noch ein paar Schiebestellen bis zum Oberen Fulmoos rauf, welches ganz hinten im Nanztal liegt.
 
 
Auch auf der anderen Seite des Nanztales musste ich bis zum Bistinenpass über weite Strecken schieben, nicht umsonst wird die Tour über die Nanzlicke meist in der Gegenrichtung gefahren. Der Rest bis zur Üsseren Nanzlicke war dann wieder grösstenteils fahrbar und nur ein Schafsbock, welcher mir mit gesenktem Kopf zu verstehen gab, dass er sein Harem nicht mit mir teilen möchte, zwang mich kurz aus dem Sattel.
 
 
Oben auf der Nanzlicke wehte mich der Wind fast vom Bike, ich schoss darum nur schnell ein paar Fotos und machte mich sogleich an die Abfahrt. Der Weg runter in Richtung Simplon war gut fahrbar und recht spassig, aber auch schon bald wieder zu Ende und es stand der nächste Anstieg an. Bis rauf zum Gälmji mussten nochmals 170 Höhemeter schiebend und tragend zurückgelegt werden. Auch hier wehte der Wind wieder kräftig und das Bike auf dem Rücken wirkte wie ein Segel.
 
 
Oben auf dem Gälmji machte ich es mir in einer windgeschützten Senke gemütlich und ass nochmals eine Kleinigkeit, bevor es an die Abfahrt durch das Nesseltal ging. Der erste Teil bis zur Alp Obers Nesseltal war recht verblockt und für mich nur teilweise fahrbar. Das raue Tal ist vor allem oben sehr steil und man hat einen wunderbaren Tiefblick auf Brig und das Aletschgebiet. Bis zur Alp Unners Nesseltal folgte dann ein Trail der das Bikerherz höher schlagen lässt. Vorwiegend durch den Wald, bot er die richtige Mischung aus Tempo und Technik, genau mein Ding.
 
 
Nach der Überquerung des Nesselbaches führte der Trail auf der anderen Talseite gemütlich der Bärgeri Suone entlang mit Blick auf die riesige Ganterbrücke. Mit dem Erreichen des Wickertwaldes wurde es dann langsam wieder etwas steiler, um beim Wurzukapälli endgültig in den finalen Downhill über zu gehen. Bis nach Brig ging es fast quer zu den Höhenlinien den steilen Hang hinunter und ich konnte es nochmals krachen lassen. Insgesamt eine sehr schöne Tour, vor allem landschaftlich und ein schöner Abschluss der Ferien. Irgendwie hat mir auf dieser Tour aber ein Highlight gefehlt, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich bin wohl langsam etwas verwöhnt von den Bikebergsteigerlebnissen und imposanten Gipfelblicken der letzten Hochtouren.
 


volle Distanz: 35.98 km
Maximale Höhe: 2595 m
Minimale Höhe: 676 m
Gesamtanstieg: 1248 m
Gesamtabstieg: -2462 m

4 Kommentare

  1. Ventoux sagt:

    Interessante Variante runter nach Brig…

  2. Etienne sagt:

    Zitat: “ Ich bin wohl langsam etwas verwöhnt von den Bikebergsteigerlebnissen und imposanten Gipfelblicken der letzten Hochtouren.“
    Hallo Sven. Gut gesagt. Geht mir Ende Sommer auch ähnlich. Die Seele ist langsam gesättigt, der Winter könnte schon kommen 🙂 Aber für den Oktober braucht es dann noch 1-2 schöne Touren. Gruss Etienne

  3. blackCoffee sagt:

    Die Gegend sieht im Herbst einfach herrlich aus!

  4. Hans sagt:

    War diesen Sommer auch im Nanztal. Ein herrliches Gebiet zum Biken. Also für mich war dieses Tal ein absolutes Highlight. Ich kann nie genug bekommen von so schönen Landschaften und so coolen Trails.

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