Alla Scoperta secondo

23. Juli 2021
Alla Scoperta primo
6. Juli 2021
Albristhore
2. November 2021
 
Nach der Entdeckungstour mit Papa Ibex brauche ich einen Ruhetag, bevor wir erneut losziehen, um weitere einsame Pfade mit den Bikes zu erkunden. Meine Bier-Idee vom Vortag entpuppt sich dabei als gar nicht so abwegig. Warum nicht nochmals das gleiche Ziel von der anderen Bergseite aus, schliesslich hat es dort noch einen Gipfel, welchen wir aus Zeitmangel auslassen mussten. So machen wir uns erneut auf den Weg ins Valle Onsernone und halten uns diesmal bei der finsteren Brücke links, wo Miseria einst folgenschweren Besuch von San Remigio erhielt. Auch heute geht es von Anfang an steil aufwärts und die Verwandtschaft lässt nicht lange auf sich warten. Auge in Auge mit dem Ibex und schon wieder schaut dabei die gemeine Hausziege auf den König der Alpen herunter.
 
 
Beim Start drückt noch die Sonne durch und der Schweiss fliesst schon bald in Strömen, schwülheiss wie in der Sauna. Aber ja höher wir kommen, desto mehr macht sich der Nebel breit, ein ungewohntes Bild nach den vergangenen Prachtsommertagen. Immerhin gestaltet sich so der restliche Aufstieg nicht mehr ganz so schweisstreibend und als wir oben ankommen, präsentiert sich uns der schöne Bergsee in einem gänzlich neuen Kleid. Wo vorgestern noch gelbe Wiesen im Sonnenlicht leuchteten, wabern jetzt Nebelfetzen durch die Landschaft, hat irgendwie beides seinen Reiz.
 
 
Der kegelförmige Gipfel unserer ersten Exkursion ist total vom Nebel verhüllt, zum Glück waren wir da am Montag oben, als die Sonne das Alpenpanorama erstrahlen liess. Dafür lächelt uns der osmanisch klingende Steinhaufen neben dem Passo an, da können die beiden Capras nicht wiederstehen und kraxeln hinauf. Auf den bereits bekannten Pfaden geht es anschliessend hinüber zum zuckersüssen Pizzo, für welchen die Zeit das letzte Mal nicht mehr reichte und heute darf auch der grüne Frosch ganz mit rauf.
 
 
Papa hat es schon von weitem vermutet und er hatte recht, auf der Spitze des Zuckerstockes steht doch tatsächlich eine riesengrosse Schaukel. Da werden sogar ausgewachsene Ibexen wieder zum Jungbock und natürlich möchte auch das Fröschchen gerne mitschaukeln. Heut ist die Aussicht leider etwas getrübt, was aber dem Gipfelglück keinen Abbruch tut und spätestens als wir in die Abfahrt starten, ist der Blick eh nur noch auf den Trail gerichtet. Zu Beginn erwartet uns ein superschöner Grat und dies nur der Anfang.
 
 
Der heutige Gipfel ist im Gegensatz zu gestern ganz nach meinem Gusto und auch der alte Herr schlägt vor Freude mit den Hinterläufen aus. Das Wegerl ist zuckersüss und schon bald darauf stehen wir wieder vor der Capanna. War es das jetzt schon mit dem süssen Nachtisch? Nein, das Dessertbuffet ist abermals reichlich gedeckt und wir haben mit der Routenwahl schon wieder voll ins Schwarze getroffen.
 
 
Der wunderschön angelegte Weg führt durch den Wald talwärts, über Steinplatten und gesäumt von Farnen präsentiert er sich uns im typischen Ticinostyle. Reifenspuren suchen wir vergebens und sind auch bemüht keine zu hinterlassen, solche Kleinode müssen unbedingt bewahrt und mit dem nötigen Respekt befahren werden. Weiter unten stossen wir auf eine Lichtung mit gepflegten Steinhäusern, aber nicht nur ein paar, ein ganzes Dörfchen samt Seilbahnstation steht hier mitten im Walde.
 
 
Zurück im Wald wird es stufig und Papa hat seine helle Freude daran, ich nur partiell. Kurz darauf spuckt uns der Weg dann auch schon wieder auf der Strasse an unserem Ausgangspunkt aus. Die Torta Della Nonna im kleinen Grotto ist noch ofenwarm und die Gazosa herrlich kühl, bevor wir uns auf den Rückweg in die mediterrane Zone machen. Heute sind die lieben Adoptiveltern bei mir in der Ferienwohnung zum Nachtessen eingeladen, es gibt ganz traditionell Risotto ai Funghi und Luganighe vom Grill. So lässt es sich leben, da sind wir uns einig und können gut verstehen, warum es so viele Rentner dauerhaft in die Sonnenstube zieht.
 

1 Comment

  1. ROTSCHER sagt:

    Oh, ich habe auch sehr gerne Süsses 😁
    Ein für Biker sehr unbekanntes Tal. Keine Bahn, nicht elektrotauglich, ideal für solche wie wir. Das wilde Tal ist vorgemerkt. Danke für die Inspirationen.

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