Sarganser Frühlingstour

10 Jahre Racetool
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31. Mai 2017
 
Mein Arbeitskollege und ich haben schon öfters darüber sinniert, was wohl besser sei, ein freier Freitag oder Mittwoch. Ich bevorzuge den Freitag, da ich dann jeweils ein langes Wochenende habe und sein Argument für den Mittwoch ist, dass er so nie länger als zwei Tage am Stück arbeiten muss. Da diese Woche für den Mittwoch bestes Frühsommerwetter und für den Freitag schon wieder Regen angekündigt war, nutzte ich die Gelegenheit und probierte auch einmal die Variante freier Mittwoch aus. Die Sarganser-Frühlingstour aus dem Ride wollte ich schon lange einmal machen und startete darum am Morgen in Richtung Ostschweiz. Im Heididorf Maienfeld setzte ich mich diese Saison das erste Mal wieder auf mein 301 und rollte zuerst etwas abwärts dem Rhein entlang.
 
 
Nach einem kurzen Abstecher nach Lichtenstein stand der erste Anstieg zum Regitzer-Spitz an. Die Sonne strahlte, die Aussicht runter ins Ländle erfreute das Auge und ich war endlich wieder in der Nähe meiner geliebten Berge. Gegen Ende des Aufstieges unterbrach plötzlich Sturmgewehrfeuer vom nahegelegenen Waffenplatz die Stille, zum Glück nur von kurzer Dauer. Die Aussicht oben auf dem Regitzer-Spitz ist traumhaft schön, man blickt von oben herab auf die Bündner Herrschaft und den oberen Teil des Sarganserlandes.
 
 
Der Rhein als natürliche Kantonsgrenze fliesst mittendurch und gegenüber konnte ich auch schon den zweiten Gipfel des Tages erkennen. Ich ass mein Sandwich, plauderte etwas mit den beiden anwesenden Wanderern und beobachtete die unzähligen Eidechsen und Schmetterlinge, welche wie ich die Frühlingssonne genossen.
 
 
Der erste Teil der Abfahrt bis zum vorderen Ochsenberg war wenig spektakulär und der weitere Verlauf der ursprünglichen Route ist ja schon länger gesperrt, darum führt der Track jetzt auf einem flüssig zu fahrende Pfad links um den Schnielskopf rum. Es folgte ein kleiner Gegenanstieg auf den Matluschkopf, von wo aus es über ein paar (zu) enge Serpentinen ins Tal ging. Die letzten Höhemeter bis zum Rhein wurden leider auf einem breiten Weg entlang der Feldrüfi vernichtet. Insgesamt eine eher durchzogen Abfahrt, der Aufstieg hat sich aber wegen der Aussicht allemal gelohnt. Den Anfang des zweiten Aufstieges kannte ich ja schon von meiner Tour zur Ringelspitzhütte. Von Bad Ragaz aus strampelte ich nach Pfäfers rauf, wo in Bälde die 50-Millionenbrücke über die Taminaschlucht eröffnet wird.
 
 
Das anschliessend steile Stück auf den St. Margrethenberg zehrte dann nochmals kräftig an den doch schon etwas müden Beinen. Auf resp. im St. Margrethenberg liegt das Artilleriewerk Furggels, damals ein wichtiger Teil des Festungsgebietes Sargans in den Zeiten des Réduits. Das Ziel den Pizalun schon vor Augen, mobilisierte ich nochmals die letzten Kräfte und fuhr etwa die Hälfte des Weges zum Gipfel rauf.
 
 
Auf dem schmalen Gipfel steht eine Metallplattform und die Aussicht ist einfach atemberaubend, ein 360° Panorama der Extraklasse. Unter einem das Churer-Rheintal, in der Ferne reicht der Blick bis ins St.Galler-Rheintal, etwas weiter links zeigen sich die Churfirsten und ringsherum all die verschneiten Gipfel, welche auf den Panoramatafeln schön beschrieben sind. Auch hier genoss ich ausgiebig die Sonne und konnte mich am Panorama kaum sattsehen.
 
 
Die beiden Gipfel des Tages liegen auf dieser Tour in direktem Sichtkontakt und so konnte ich auch vom Pizalun aus den Regitzer-Spitz gut sehen, wo ich gute zwei Stunden zuvor noch stand. Einmal mehr zog auch der Haldensteiner Calanda meinen Blick auf sich. Von dieser Seite aus sieht er recht gefürchig aus, wurde aber von der Calandahütte aus auch schon mit dem Bike erklommen, ein weiterer Kandidat auf meiner Wunschliste.
 
 
Die anschliessende Abfahrt nach Mastrils bot nochmals von allem etwas und gefiel mir viel besser als die vom Regitzer-Spitz. Es ging los mit ein paar flowigen Trails über blühende Wiesen bis zum Restaurant Jägeri, welches leider geschlossen hatte. Also war nichts mit einer kühlen Erfrischung und ich musste mich mit dem letzten lauwarmen Schluck Wasser aus dem Camelbak zufrieden geben. Weiter ging es mit viel Tempo über den weichen Waldboden, bis der Weg immer steiniger und ruppiger wurde. Für mich aber kein Grund gross Tempo raus zu nehmen, ich liess es nochmals richtig krachen auf dem Weg talwärts. Die letzten Meter bis zum Rhein mussten leider auch hier auf der Strasse vernichtet werden. Dem Rhein entlang rollte ich dann gemütlich zurück nach Maienfeld.
 
 
Fazit: Eine schöne Frühlingstour und ein perfekter Start in die Jahreszeit, wo die Berge wieder mit dem Bike erklommen werden können. Beim nächsten Mal würde ich vielleicht den Regitzer-Spitz auslassen und dafür noch den Chimmispitz an den Pizalun anhängen.

Um nochmals auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, ob Mittwoch oder Freitag. Eigentlich egal, solang das Wetter passt. Das lange Weekend am Stück sagt mir aber doch etwas mehr zu und am besten wäre natürlich eine Kombination aus beiden, gäll Cédric ;)
 


volle Distanz: 48.95 km
Maximale Höhe: 1436 m
Minimale Höhe: 477 m
Gesamtanstieg: 1754 m
Gesamtabstieg: -1754 m

3 Kommentare

  1. ROTSCHER sagt:

    Ohhhh, herrlich ? So muss das Wetter sein. Die Aussicht auf das Churer Rheintal ist von beiden Seiten fantastisch. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch von dieser Gegend. Der Pizalun ist dabei mein klarer Favorit ? Der Felsgipfel ist einfach einmalig. Und die Trails aufwärts wie abwärts toll ?

  2. Thomas sagt:

    Guter Input … habe die erste Juni Woche Ferien und bin ja bei meiner Liebsten im Ländle.
    Pizalun und Chimmispitz werde ich da mal unter die Räder nehmen.

    Schöne Fotos und schön geschrieben.

    Gruss Thomas

  3. blackCoffee sagt:

    Schöner Bericht aus einer (mir) noch unbekannten Gegend….

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