Fuorcla Sesvenna

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Das erste Mal im Unterengadin und hellauf begeistert. Es ist immer wieder wie in eine andere Welt eintauchen, sobald man über den Flüela- oder Julierpass ins Engadin kommt. Als erste Tour wollte ich eigentlich vom Val d'Uina aus über die Fuorcla da Rims. Beim Kartenkauf wurde mir im lokalen Bikeshop davon aber eher abgeraten und die Tour über den Sesvennapass empfohlen. Bei der hatte es im Ride aber einen Kommentar, dass die Abfahrt vom Sesvennapass bis zur Sesvennahütte purer Frust sei. So viel schon vorweg, des einen Frust ist des anderen Lust. Ich radelte am Morgen in Scuol gemütlich los in Richtung Val S-charl. Bei San-Jon überholte ich ein Bikerpärchen und erblickte im Vorbeifahren, dass beide auf Koba Bikes unterwegs waren. Rechtsum kehrt gemacht und sie einfach mal blöd angequatscht. Wir fuhren dann zusammen gemütlich durchs Val S-charl und plauderten etwas über Koba, Graubünden, Gott und die Welt.
 
 
Vor allem im unteren Teil gefällt mir das Val S-charl sehr gut. Der Fluss hat hier die Landschaft ganz speziell geformt und viel Steine und Kiess in den unterschiedlichsten Formen hinterlassen. Bei S-charl trennten sich unsere Wege dann wieder, ich bog links ab ins Val Sesvenna während Daniela und Fabian weiter dem Val S-charl folgten. Anfangs noch recht gemütlich wurde es bald steiler, aber bis zur Alp Sesvenna noch alles fahrbar.
 
 
Schon kurz hinter der Baumstammbrücke über die Sesvenna war dann erstmal fertig mit fahren, bis zum sumpfigen Hochplateau im oberen Teil des Tales musste das Bike geschoben werden. Dort war der Weg dann teilweise wieder fahrbar, aber auch das schieben machte bei dieser wunderschönen Umgebung jede Menge Spass.
 
 
Andere Biker traf ich im Val Sesvenna keine an, dafür umso mehr Wanderer, welche mich alle für verrückt hielten. Rauf zum Sesvennapass sei es sehr steil und runter zur Sesvennahütte kaum fahrbar. Diese Aussagen deckten sich mit dem Kommentar im Ride und ich machte mir so meine Gedanken, denn sehr steil wurde es hinten im Tal tatsächlich.
 
 
Dies war glaub der steilste Weg den ich je mit dem Bike auf den Schultern hochgeklettert bin. Die Qualen waren gross, die Freude oben beim Anblick von Lai- und Piz Sesvenna noch grösser. Ich war happy, endlich wieder in der von mir so geliebten hochalpinen Umgebung.
 
 
Der restliche Aufstieg bis zum Sesvennapass war dann im Gegensatz zum vorherigen Aufstieg ein Klacks. Den höchsten Punkt der Tour und das Gipfelkreuz vor Augen, schob ich das Bike die letzten paar Höhenmeter den Berg hinauf.
 
 
Oben beim Erreichen des Passes, welcher die Grenze zwischen der Schweiz und Italien darstellt, dann der nächste Flash. Der Blick auf den Furkelsee und den Lago Sesvenna mit dem markanten Föllakopf dahinter war einfach überwältigend. Schon alleine um da an diesem Platz zu sitzen hat sich der Aufstieg gelohnt. Ich futterte mein mitgebrachtes Dosen-PulledPork (nicht unbedingt zu empfehlen) und genoss die wunderbare Aussicht auf die Engadiner Dolomiten.
 
 
Von oben sah der Anfang der Abfahrt schon mal nicht schlecht aus. Bis runter zum Furkelsee einfach nur geil, wie schon gesagt, des einen Frust ist des anderen Lust. Auch der Rest bis zur Sesvenna-Hütte gestaltete sich abwechslungsreich und spassig. Es hatte schon immer mal wieder ein paar nicht fahrbare Stellen drin, aber gut drei Viertel konnte ich fahren und die waren cool.
 
 
Unten bei der Sesvenna-Hütte dann wieder der totale Kontrast, viele Leute und noch mehr Biker. Auch auf dem Rest der Tour kreuzte ich immer wieder andere Biker, Val d'Uina ist halt dort eine DER Strecken und am folgenden Wochenende fand in Scuol auch noch der bekannte Bikemarathon statt. Die meisten fuhren aber in die entgegengesetzte Richtung und ich hatte abwärts meinen Spass.
 
 
Nach dem Schlinigpass wieder zurück auf Schweizer Boden, war bei dem Felsenweg durch die Schlucht aus Sicherheitsgründen schieben angesagt. Ich war das erste Mal dort, sehr eindrücklich diese tiefe Schlucht und der durch die Felsen gesprengte Weg.
 
 
Danach folgte noch ein kurzes Stück Trail, welcher schon bald breiter und schneller wurde. Schlussendlich artete es in eine regelrechte Tempoorgie auf der breiten Kiessstrasse aus, bis ich unten bei Sur En wieder aus dem Tal raus kam. Ein Hammer erster Tag, ich hatte das Unterengadin schon nach dieser ersten Tour in mein Herz geschlossen. Auch das Hotel Belvair kann nur empfehlen, was gibt es schöneres, als so einen Biketag in dem mit dem Hotel verbundenen Bogn-Engiadina ausklingen zu lassen. Die Küche überraschte anschliessend mit einem super Vorspeisenbuffet, so muss das sein.
 


volle Distanz: 43.11 km
Maximale Höhe: 2812 m
Minimale Höhe: 1124 m
Gesamtanstieg: 1891 m
Gesamtabstieg: -1887 m

2 Kommentare

  1. ROTSCHER sagt:

    Super, ich habe für die nächste Saison ein Weekend im Unterengadin im Visier. Möchte noch jemanden besuchen. Da passt dein Beitrag richtig goldig dazu. Das Val d’Uina fehlt eben auch noch auf meiner Liste der besuchten Orte. Die Landschaft sieht genial aus.
    Fuorcla da Rims soll recht knackig sein ? Habe das auch im Fokus …..

    • Sven sagt:

      Ich traf am letzten Tag im Hotel zwei Biker, die von der Sesvennahütte aus über die Fuorcla da Rims gekommen sind. Anscheinend sehr knackig in Aufstieg und Abfahrt, aber machbar und lohnenswert. Ich möchte die Tour unbedingt einmal noch nachholen, aber für dieses Jahr steht das Val Müstair auf der Wunschliste.

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