Fuorcla Val Gronda & Fimberpass

6. Februar 2017
Inn
Fuorcla Champatsch
25. Januar 2017
Winterzeit Bastelzeit
12. März 2017
 
Am letzten Tag in Scuol musste ich (für meine Verhältnisse) früh aus den Federn, da ich um 8:30 auf das Postauto nach Samnaun wollte. Dort nahm ich dann die Doppelstockbahn auf den Alptrider Sattel, wo ein zweites Frühstück in Form eines Flowtrails auf mich wartete. Um kurz nach zehn schon den erste Flowtrail auf über 2000 müM fahren, einmal etwas anderes um in den Biketag zu starten. Der Trail führte runter zur Talstation des Sesselliftes auf der Alp Trida, welcher mich auf das Viderjoch brachte.
 
 
Ich sag nie mehr etwas über verbaute Berge in Schweizer Skigebieten. Was die dort oben in dieser Ischgl/Samnaun Skiarena verbrochen haben, ist im Sommer abartig hässlich. Ich schob das Bike auf der Schotterstrasse zum Greitspitz hoch, wo der erste Trail begann. Ein paar Meter neben der Schotterstrasse führte er über den Grat zum Salaaser Kopf hinunter.
 
 
Der Trail war schön zu fahren, das Panorama prächtig, wenn nur nicht diese omnipräsenten Eingriffe in die Natur gewesen wären. Die änderte sich zum Glück beim Salaaser Kopf, ich stach links den Hang hinunter, wo ein cooler Trail zum Zeblasjoch führte. Um das Joch zu erreichen, musste ich anschliessend noch ein kleines Stück die Strasse rauf fahren.
 
 
Vom Zeblasjoch fahren die meisten Biker runter ins Fimbatal, ich wählte jedoch die knackige Variante über die Fuorcla Val Gronda. Anfangs noch fahrbar, hiess es schon bald einmal mehr schieben und tragen. Aber egal, endlich war ich wieder in meinem Element, viele Steine, keine massentauglichen Wege und Ruhe.
 
 
Die Fuorcla Val Gronda liegt genau auf der Grenze, auf der einen Seite liegt Österreich und auf der anderen die Schweiz. Ich hüpfte von einem Land ins andere, schoss Fotos und verzerrte genau auf der Grenze meinen Proviant. Mit knapp 20° war es auch dort oben herrlich kühl, während der Rest der Schweiz bei weit über 30° am abschwitzen war.
 
 
So richtig relaxed startete ich anschliessend in die Abfahrt. Diese ist vom Pass weg recht zügig fahrbar und die schöne Landschaft zog an mir vorbei, während ich es laufen liess. Das markante Fluchthorn sah man schon von weiten und schliesslich tat sich mir auch der Blick ins Val Fenga auf, wie das Fimbatal auf der Schweizer Seite heisst.
 
 
Ich fuhr bis fast zur Heidelberger Hütte runter, wo ich wieder auf die übliche Fimberpass-Route traf. Kurz darauf bei der Alp Sura erblickte ich mein erstes Alpenschneehuhn, in seinem Sommerkleid hätte ich es zwischen dem Gestrüpp fast übersehen.
 
 
Rauf zum Fimberpass war dann wieder teilweise schieben angesagt, aber dies war ich mir nach den drei Tagen ja langsam gewohnt. Und schon wieder stand ich alleine auf einem abgeschiedenen Pass, der zweite an diesem Tag und vierte in den letzten Tagen. Es ist immer wieder ein ganz spezielles Gefühl, wenn man die letzten Meter zu einem Pass rauf geht und nicht weiss was einem auf der anderen Seite erwartet. Oft tut sich einem urplötzlich der Blick in eine ganz andere Landschaft auf.
 
 
Die Abfahrt vom Fimberpass zu Alp Chöglias runter war dann noch das Zückerchen obendrauf. Diesmal wieder technischer, forderte sie den Fahrer ein letztes Mal und lies mein Bikerherz nochmals höher schlagen.
 
 
Mit den Mundwinkeln nach oben rollte ich über die letzten Meter Trail dem Flussbett der Brancla entlang, bevor ich wieder auf die Kiessstrasse kam, welche mich schon am Vortag nach Griosch brachte. Von dort aus nahm ich diesmal aber einen anderen Weg, der etwas höher nach Vna führte. Noch ein letztes Stück Trail bis nach Ramosch runter und dann wieder auf dem mittlerweile schon bekannten Veloweg zurück nach Scuol.
 
 
Drei Tage Bike schleppen und schieben gingen zu Ende, aber auch drei Tage völlig wolkenloser Himmel, drei Tage eindrückliche Landschaften und unzählige traumhafte Abfahrten. Engadin, du ist einfach so unglaublich schön, egal ob im untere oder oberen Teil. Zu der leicht melancholischen Abschiedsstimmung am letzten Abend passten die schönen Klänge von Me & Marie wunderbar, welche ich spätabends auf dem Balkon geniessen durfte. Im Bogn-Engiadina neben dem Hotel war gerade der letzte Konzertabend einer ganzen Reihe mit Bands aus der Region.
 


volle Distanz: 42.37 km
Maximale Höhe: 2844 m
Minimale Höhe: 1109 m
Gesamtanstieg: 1405 m
Gesamtabstieg: -2648 m

2 Kommentare

  1. Etienne sagt:

    Das letzte Foto finde ich sehr schön 🙂
    Gruss Etienne

  2. ROTSCHER sagt:

    Toll ? super schöne Tourenvorschläge im Unterengadin hast du uns hier präsentiert. Ich freue mich bereits, die Gegend auch bebiken zu können ?

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