Las Trais Fluors

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Goldgelbe Cremeschnittentour
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Nach der Hammertour auf die Diavolezza, leider schon wieder der letzte Tag meiner Bikeferien und es stand die Heimreise an. Aber bei dem Prachtwetter wäre es ja fast ein Verbrechen gewesen, schon am Vormittag heim zu fahren. Also nochmals ab aufs Bike in Richtung Piz Nair. Auf dem Weg nach St. Moritz fuhr ich am Waldhaus vorbei, dem Traum jedes Singlemalt-Liebhabers. Leider war es aber noch etwas früh für einen Dram und so stürzte ich mich halt nüchtern in das sonntägliche Getümmel am Piz Nair. Überhaupt nicht meine Welt, darum startete ich dann auch schon bald auf die Abfahrt. Für meinen Geschmack viel zu viele Leute und die Trails sind auch viel mehr ausgefahren als noch vor zwei Jahren. Tja, das ist halt die Kehrseite des Bahnentour-Hypes und dem (meiner Meinung nach stupiden) Sammeln von möglichst vielen negativen Höhemetern an einem Tag. Dazu passt auch das hässliche riesengrosse Wasserspeicherbecken, welches gerade im Bau ist.
 
 
Aber sobald es etwas aufwärts geht, ist man wieder fast alleine unterwegs. Nach der Abfahrt durch das Val Schlattain führte der Track vom Lej Alv aus aufwärts bis zur Chamanna Saluver, von wo aus nochmals etwa 200 Höhemeter bis zur Bergstation des 3-Flours Sesselliftes erarbeitet werden mussten.
 
 
Anschliessend fährt man die Höhe haltend unter den drei markanten Felsnasen durch, welche auch für den Namen Las Trais Fluors verantwortlich sind. Die Aussicht von da oben auf das Oberengadin und das Berninatal ist meiner Meinung nach viel schöner als vom Piz Nair aus und auch die Trails gefielen mir besser. Ausser mir war nur noch ein Bikerpärchen dort oben unterwegs und unsere Wege kreuzten sich immer wieder.
 
 
Der nun folgende Trail durch die Mondlandschaft auf dem Bergrücken Selin war einfach genial und wurde später zum veritablen Flowtrail über die Alp Clavadatsch, man konnte es nochmals richtig fliegen lassen. Bei der Alp Munt sah ich dann wie die beiden anderen Biker rechts vom Track abbog und tat es ihnen gleich. Es folgte ein anspruchsvoller Spitzendownhill dem Val Muntascht entlang, besser hätte der Abschluss dieser Bikeferien nicht sein können.
 
 
Von Samedan aus ging es zurück nach Pontresina, wo ich mich im Wellnessbereich nochmals frisch machen durfte, bevor ich endgültig die Heimreise antreten musste. Am liebsten wäre ich grad für immer geblieben. Wie glaub schon einmal geschrieben, fühle ich mich da oben jeweils wie im Paradies, es stimmte einfach alles, wie in einer anderen Welt. An dieser Stelle auch nochmals ein Dankeschön an das ganze Team vom Hotel Steinbock, bei euch fühlt man sich einfach wohl. Nach Hause fuhr ich über den Albula, für mich einer der schönsten Alpenpässe. Jamiroquai aus den Boxen, vor einem ein alter herrlich duftender Triumph und Kühe mitten auf der Passstrasse, so blieb mir das Alpenferienfeeling noch lange erhalten. In der Gluthitze des Churer Rheintals war dann aber leider fertig lustig, der Verkehr stockte immer wieder und die Heimfahrt zog sich hin. Pontresina ich komme wieder.
 


volle Distanz: 32.96 km
Maximale Höhe: 3004 m
Minimale Höhe: 1705 m
Gesamtanstieg: 1656 m
Gesamtabstieg: -1656 m

3 Kommentare

  1. blackCoffee sagt:

    So schön das Bähnlifahren auch ist – es hat seine „Nebenwirkungen“. Den einen sind diese egal, andere suchen sich Alternativen…..Den richtigen Mix hast Du bei dieser Tour offensichtlich gefunden..

    • Sven sagt:

      Ja, der Mix stimmte für den Tag. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich wohl selbst rauf gefahren.

      Bei Trails die extra dafür gebaut werden, z.B. Corviglia Flowtrail oder Never-End und Runca, sehe ich das Bähnlibiken unproblematisch. Aber bei solch schönen Naturstrecken wie z.B. durchs Val Suvretta finde ich es einfach nur schade. Diese leiden sehr darunter und schlussendlich macht es für Biker und Wanderer keinen Spass mehr. Es macht halt schon einen Unterschied, ob ein Biker die Abfahrt einmal am Tag geniesst oder möglichst oft und schnell. Aber es führt ja zum Glück nicht überall eine Bahn rauf und wie Du schon sagtest, es gibt genügend Alternativen. Eine Bahn zur Tourenunterstützung zu nehmen ist ja O.K., das mache auch ich hin und wieder mal. Wenn ich aber solche Sachen sehe wie der Singletrail-Weltrekorde, kann ich nur den Kopf schütteln. Dies wiederspiegelt sich aber auch in anderen Bereichen des Lebens, auch da habe ich Mühe mit dem immer mehr und schneller wollen, ohne sich was von Grund auf zu erarbeiten.

      Just my 2 cents 😉

  2. Ventoux sagt:

    Nach Deinen wunderschönen Bikeferien habe ich nun wieder ein paar Anregungen mehr gesammelt, falls ich wieder mal da oben bin. Auch diese Tour einfach nur geil, danke fürs mitnehmen.

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