Grand Tour zum Gazzirola

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Ich wusste schon fast nicht mehr wie sich Sonne anfüllt, als ich mich letzte Woche auf den Weg in den Süden machte. Das erste Mal mit dem 301 im Gepäck ging es nach Vezia, einem Vorort von Lugano. Dort angekommen legte ich mich erst mal am Pool in die Sonne, einfach herrlich, endlich Sommer. Im Hotel Vezia fühlt man sich in die 50's zurück versetzt und wo hat man schone seine eigene Bikewerkstatt unter dem Zimmer, fast wie eine kleine Wohnung. Am Dienstag war es leicht bewölkt, während es im Rest der Schweiz schon wieder regnete. Nach über zwei Wochen Bikepause wollte ich es erst einmal etwas gemütlich angehen und machte mich auf die Runde um den Monte Arbostora, welche ich aus dem Ride hatte. Eine Tour mit schönem Panorama, man sieht den Lago di Lugano immer wieder aus den verschiedensten Perspektiven, aber eher durchschnittlichen Trails. Da die Runde schon recht schnell rum und noch Kraft vorhanden war, hängte ich noch eine Zusatzschlaufe auf den nächsten Hügel nach Agra an, schon wieder eine neue Perspektive auf den verzweigten Lago di Lugano.
 
 
Am zweiten Tag stand dann die Grand-Tour auf dem Programm, der Plan war den Monte Bar im Gegenuhrzeigersinn mit dem Gazzirola zu kombinieren. Über Sonvico folgte ich der Strasse dem Val Colla entlang bis nach Piandera, von wo aus es weiter nach San Lucio ging. Dort dann nach fast 3 Stunden die erste kleine Pause, etwas umgucken, knipsen und den Wasservorrat nochmals auffüllen.
 
 
Ich machte mich aber schon bald wieder auf den Weg, da ich bis auf den Gazzirola noch 600 Höhenmeter vor mit hatte. Diese hatten es nochmals in sich und die aufziehende Bewölkung motivierte auch nicht grad. Bis zur geschlossenen Rifugio Gazzirola war aber eigentlich alles fahrbar und mein neues Bike hat sich auf diesem ersten richtig grossen Uphill in den Bergen tiptop geschlagen. Passt gut mit dem 28er Kettenblatt und die Gabelabsenkung habe ich kaum vermisst. Die letzten 100 Höhemeter wanderte es dann noch auf die Schulter, es trägt sich auch gut.
 
 
Keine Ahnung warum das grosse Gipfelkreuz etwa 50 Höhemeter tiefer und 500m vor dem Gazzirola auf dem Prato della Basciota steht, hat mich schön verarscht im ersten Moment. Trotzdem machte ich dort eine weitere Pause um mich zu stärken und ein paar Fotos zu schiessen.
 
 
Wenig später gab sich der Gazzirola dann leider umhüllt von Wolken, die kleben wohl dort oben ganz gerne mal fest. Schade, nichts mit grossem Panorama, dafür entschädigte dann aber die Abfahrt. Bis runter zum Passo di Pozzaiolo war es richtig etwas für Technikfans, genau mein Ding. Steil, teilweise loser Untergrund, grosse Steine, Absätze und bis auf ein paar Stellen alles fahrbar. Untenrum wurde es dann je länger desto flüssiger.
 
 
Danach war eigentlich noch geplant den Cima Moncucco in Angriff zu nehmen, aber als ich davor stand hatte ich irgendwie keine Lust mehr, die Beine waren doch schon recht schwer. Also halt direkt runter auf die Monte-Bar Route und dieser bis zur Capanna Monte Bar gefolgt. Die Originaltour aus dem Ride würde bei Piandanazzo noch auf einen interessant aussehenden Trail abbiegen, hätte anschliessend aber nochmals zusätzliche 200 Höhemeter bedeutet.
 
 
Bei der Capanna schaute ich mir den Fortschritt des Neubaus an und flitze anschliessend auf der Fahrstrasse zum Moto della Croce runter. Was danach folgte war nochmals ein Trailfeuerwerk der Extraklasse. Bis zur Alpe Davrosia noch schön flowig zu Fahren, wurde es zunehmend technischer und man wusste zeitweise nicht mehr ob man in einem Bachbett oder auf dem Weg fährt, die Niederschläge der letzten Wochen haben auch hier ihre Spuren hinterlassen.
 
 
Durch Waldstücke und vorbei an Rusticos auf kleinen Lichtungen, ging es fast endlos weiter und ich verlor zeitweise sogar den Track vor lauter kleinen Wegen. In Tesserete tauchte ich dann wieder in die Zivilisation ein, noch ganz geflasht vom erlebten auf der langen Abfahrt, aber auch mit sehr müden Beinen.
 
 
Eine Hammer Tour, die nur noch mit einer ungetrübten Sicht vom Gazzirola getoppt werden könnte, aber auch eine harte Tour (mit fast 60km und 2100hm) und ich bin sie noch nicht einmal komplett wie geplant gefahren. Dafür hat mein 301 seine Feuertaufe bei der ersten Hochtour mit Bravur bestanden. Aufwärts wie auch abwärts ist es eine Freude mit ihm, ich hoffe es werden noch manche solche Touren mit dem grünen Fröschchen folgen.
 


volle Distanz: 55.56 km
Maximale Höhe: 2094 m
Minimale Höhe: 300 m
Gesamtanstieg: 2108 m
Gesamtabstieg: -2116 m

2 Kommentare

  1. ROTSCHER sagt:

    Ganz tolle Runde 8) Da spreche ich aus Erfahrung 😉 Nur schade dass es mit der Aussicht auf dem Berg nicht ganz funktioniert hat. Ich brauchte auch zwei Anläufe um das Panorama geniessen zu können. Das nächste Mal klappt es also sicher. Ich war dafür beide Male nicht beim Kreuz, sondern hatte nur den richtigen Gipfel im Visier. Das nächste Mal gibt es also auch für mich noch etwas zu entdecken 🙂

  2. blackCoffee sagt:

    Hi Sven, schön dass Dein Tessinurlaub Dir gefällt & Danke für den Bericht…
    Wenn das Bike „passt“ und man sich drauf wohlfühlt, ist das schon die Halbe Miete 😉

    Ich hoffe, dass ich die Gegend auch noch mal mit dem MTB entdecke..

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